Das Dresdner Startup Seamless Therapeutics hat eine strategische Partnerschaft mit dem US-Pharmakonzern Eli Lilly im Volumen von bis zu 1,12 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Der Fokus der Zusammenarbeit liegt auf der Anwendung einer Gen-Editierungsplattform zur Behandlung von genetisch bedingtem Hörverlust.
Der Freistaat Sachsen blickt auf mehr als ein Vierteljahrhundert gezielter Förderung der Biotechnologie zurück. Seit dem Start der Biotechnologie-Offensive im Jahr 2000 hat Sachsen mehr als eine Milliarde Euro investiert und sich zu einem der führenden Standorte für Life Sciences in Deutschland entwickelt. Mit mehr als 300 Akteuren und über 15.000 Beschäftigten in den Kernbereichen Biotechnologie, Pharma und Medizintechnik ist die Branche heute ein zentraler Innovationstreiber und wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Freistaat.
Jetzt wurde bekannt, dass der Sächsischen Biotechnologieoffensive mit dem Deal zwischen Seamless Therapeutics aus Dresden und Eli Lilly aus den USA ein weiterer Erfolg gelungen ist. Mit dieser Zusammenarbeit unterstreicht Seamless Therapeutics die wissenschaftliche Exzellenz sowie die wachsende wirtschaftliche Bedeutung der sächsischen Biotechnologie für den Standort Deutschland und Europa.
Der Sächsische Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, Dirk Panter, sieht in dieser Vereinbarung einen eindrucksvollen Beleg für die wachsende Stärke und internationale Sichtbarkeit des Biotechnologiestandorts Sachsen. »Dieser außergewöhnliche Erfolg zeigt erneut, dass unsere langfristigen Investitionen in Forschung, Startups und Netzwerke wirken. Seamless Therapeutics steht beispielhaft für Innovation und Dynamik, die die sächsische Biotech-Landschaft auszeichnen«, sagt Panter.
Nach Angaben von Seamless-CEO Dr. Albert Seymour beruht das Engagement von Eli Lilly darauf, dass die Gen-Editierungstechnologie von Seamless im Vergleich zu etablierten Ansätzen wie CRISPR-Systemen (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats) sehr präzise ist und auch größere Veränderungen im Genom ermöglicht, ohne auf die DNA-Reparaturmechanismen der veränderten Zellen angewiesen zu sein. Seymour: »Dresden ist der Standort, an dem das zentrale Know-how zur Entwicklung unserer Plattform aufgebaut wurde. Wir sind stolz auf das bisher Erreichte und arbeiten mit Hochdruck daran, das krankheitsmodifizierende Potenzial der Plattform weltweit in konkrete Patientenvorteile umzusetzen. Durch die Kombination von Seamless‹ Rekombinase-Programmierungstechnologie mit Lillys Entwicklungsexpertise im Bereich Hörverlust schafft diese Vereinbarung ideale Voraussetzungen für die effiziente Überführung programmierbarer Rekombinasen in die klinische Anwendung.«
Eli Lilly and Company (kurz Lilly) ist ein international tätiges forschendes Pharmaunternehmen mit mehr als 45.000 Mitarbeitern, davon rund 10.000 im Bereich Forschung und Entwicklung (Stand August 2024). Namensgeber des Unternehmens ist der Apotheker Eli Lilly, der den Konzern 1876 in Indianapolis (Indiana, USA) gründete. Lilly erwirtschaftete 2023 einen Umsatz von 34,12 Milliarden US-Dollar (Quelle: Wikipedia).
Die sächsische Biotechnologie zeichnet sich durch eine enge Verzahnung von Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik aus. Herausragende Forschungsinstitute, innovative Start-ups und international agierende Unternehmen prägen das Bild der Branche. Besonders die Schwerpunkte Medizintechnik, Bioinformatik, Diagnostik und neue Therapien sowie die industrielle Biotechnologie setzen Maßstäbe.
Wirtschaftsminister Dirk Panter betont: »Die Biotechnologie ist ein Motor für Innovation, Wachstum und Beschäftigung in Sachsen. Mit der gezielten Förderung von Infrastruktur, Forschung und Unternehmensgründungen haben wir ein Umfeld geschaffen, das Talente anzieht und internationale Strahlkraft besitzt. Die Erfolge der vergangenen 25 Jahre sind Ansporn, diesen Weg gemeinsam weiterzugehen.«
Die Branche steht aktuell vor bedeutenden Aufgaben: Dazu zählen ein besserer Zugang zu Risikokapital, die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren sowie die Integration von Künstlicher Intelligenz in Forschung und Produktion. Gleichzeitig bieten die wachsenden Märkte für grüne Technologien und die weltweit zunehmende Bedeutung von Gesundheitsthemen große Chancen für sächsische Unternehmen.
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