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Großpösna, Griesson, Graue Flecken: Hier wird jetzt kräftig angepackt!

Großpösna, Griesson, Graue Flecken: Hier wird jetzt kräftig angepackt!

Touristisches Update, Werkserweiterung, Glasfaserausbau: Der Freistaat Sachsen fördert aktuelle Investitionsvorhaben in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen mit hohen Fördersummen. Wirtschaftsminister Dirk Panter hat Anfang dieser Woche die GRW-Fördermittelbescheide an das Unternehmen Griesson – de Beukelaer in Wurzen und die Gemeinde Großpösna überreicht und darüber hinaus den sogenannten »Graue Flecken«-Ausbau in Doberschütz gestartet.

Das Bund-Länder-Programm GRW (Gemeinschaftsaufgabe »Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur«) mit seinen Teilprogrammen GRW-Infra und GRW-RIGA ist das wichtigste Instrument der Wirtschafts- und Strukturpolitik in Sachsen. Das sächsische Kabinett hat im Mai 2026 beschlossen, die beiden GRW-Richtlinien neu zu fassen. Damit setzte Sachsen ein zentrales Vorhaben aus dem Ende März von Wirtschaftsminister Dirk Panter vorgestellten Zukunftspaket I um. Die Förderung für die kommunale wirtschaftsnahe Infrastruktur (Infra) und die einzelgewerbliche Wirtschaft (RIGA) wurde deutlich vereinfacht. Davon profitieren nun auch zwei Investitionsvorhaben im Landkreis Leipzig.

Mehr Raum für Süßes in Wurzen

Gebäck hat in Wurzen eine lange Tradition: 1886 gründeten Ernst und Fritz Krietsch die Wurzener Kunstmühlen und Bisquitfabriken AG und produzierten in den ersten Jahren Pfefferkuchen, Honigkuchen, Hundekuchen und Schiffszwieback. Ab 1946 wurde sie als Volkseigener Betrieb weitergeführt und war im Volksmund als »die Krietsche« bekannt. Nach der Übernahme anderer Gebäckfabriken wurde Wurzen in den 1980er-Jahren zum Leitbetrieb für Dauerbackwaren wie Kekse, Lebkuchen, Gebäckmischungen und Waffelerzeugnisse in der DDR und exportierte auch Gebäck in den Westen. Nach der Wende wurde die Wurzener Dauerbackwaren GmbH gegründet. Sie gehört seit 2008 zum Gebäckhersteller Griesson – de Beukelaer GmbH & Co. KG.

Das Unternehmen erweitert bis Anfang 2028 seine Produktionskapazitäten in Wurzen. Griesson – de Beukelaer investiert insgesamt mehr als 100 Millionen Euro in den Bau einer neuen Produktionshalle und Logistikhalle mit automatisiertem Hochregallager sowie in ein neues modernes Sozial- und Verwaltungsgebäude am Standort. Bis 2027 entstehen mit dem Aufbau modernster Anlagen zusätzliche Produktionskapazitäten für »GRIESSON soft cake®« – nach Unternehmensangaben Marktführer im Segment Schokogebäck mit Frucht – und bis zu 100 neue Arbeitsplätze am Standort Wurzen.

Im Rahmen der GRW-Förderung unterstützt der Freistaat Sachsen das Familienunternehmen bei der Teil-Investition von 83 Millionen Euro in neue Produktions- und Logistikgebäude, moderne Maschinen und Anlagen sowie zukunftsweisende Technologien, die den bereits hohen Automatisierungsgrad weiter erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit sowie die nachhaltige Entwicklung des Standorts langfristig stärken. Der erste Spatenstich erfolgte im Juli 2025.

»Unsere sächsische GRW-Förderung kommt direkt vor Ort an. Sie sichert Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ländlichen Raum.«

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter

Der Freistaat Sachsen fördert den Ausbau mit rund 10,35 Millionen Euro aus dem Bund-Länder-Programm GRW-RIGA. Wirtschaftsminister Dirk Panter hat den Fördermittelbescheid am 10. August in Wurzen (Landkreis Leipzig) an den Vorsitzenden der Geschäftsführung Dany Schmidt, den Kaufmännischen Geschäftsführer Pascal Haegel und den Werkleiter Thomas Schlüter überreicht.

Dirk Panter sagte vor Ort: »Die Großinvestition von Griesson – de Beukelaer ist ein starkes Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Sachsen. Sie sichert und schafft Arbeitsplätze, stärkt die industrielle Wertschöpfung im ländlichen Raum und führt die traditionsreiche Ernährungsindustrie am Standort Wurzen in die Zukunft. Das Vorhaben zeigt auch: Sachsen bietet verlässliche Rahmenbedingungen, einen engagierten Mittelstand und qualifizierte Fachkräfte – beste Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum.«

Dany Schmidt betonte: »Wir gestalten unsere Zukunft mit Zuversicht und Ambitionen. Wir bekennen uns zum Standort Deutschland und investieren, weil in Polch, Kahla und Wurzen unsere Wurzeln sind: In unsere Werke, in Fortschritt, Technologie und Digitalisierung, in neue spannende Produktkonzepte. Die Standorterweiterung in Wurzen ist eine zukunftsweisende Investition für unser Familienunternehmen und wir danken den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft in Sachsen für die konstruktive Unterstützung und sachorientierte Lösungen.«


Touristisches Upgrade am Störmthaler See

Die Gemeinde Großpösna möchte den Tourismus am Störmthaler See weiter beleben. Ziel ist es, auf einer Fläche von rund 20,6 Hektar auch die östliche Grunaer Bucht mit einem touristischen Gewerbegebiet und zwei Parkplätzen zu erschließen. Die Gesamtkosten betragen dafür 12,356 Millionen Euro, wovon der Freistaat Sachsen 10,75 Millionen Euro übernimmt. Die Fördermittel stammen ebenfalls aus dem Programm GRW-Infra. Wirtschaftsminister Dirk Panter hat die Fördermittelbescheide für die beiden Teilvorhaben am 11. August in Großpösna an Bürgermeister Daniel Strobel überreicht.

Die Grunaer Bucht befindet sich am Südufer des 7,33 Quadratkilometer großen Sees. Vor rund 15 Jahren ist dort bereits die »Magdeborner Halbinsel« erschlossen worden. Daran knüpfen die nun geplanten Vorhaben an:

  • Auf die Entwicklung des touristischen Gewerbegebietes entfallen GRW-Mittel in Höhe von 8,99 Mio. Euro (90 Prozent der förderfähigen Kosten). Diese Maßnahme umfasst den Straßenbau, die Trink-, Schmutzwasser- und Medienanschlüsse sowie die Erschließung eines Erholungsstrandes. Vorgesehen sind u.a. eine 325 Meter lange Strandpromenade mit Sanitäranlagen, Slip-Anlage für Boote, Buhnen und einem barrierefreien Panoramaweg mit Aufzug und Rampe.
  • Die insgesamt geplanten 285 kostenpflichtigen Pkw-Parkplätze verteilen sich auf einen zentral gelegenen Hauptparkplatz (90 Pkw, 6.000 Quadratmeter) und einen vorgelagerten Überlaufparkplatz (195 Pkw, 10.000 Quadratmeter). Auch für Fahrräder sind Abstellflächen vorgesehen. Dafür stellt der Freistaat 1,76 Mio. Euro bereit (85 Prozent der förderfähigen Kosten).

Die Erschließung des touristischen Gewerbegebiets soll bis zum 31. Dezember 2028 und die Errichtung der Parkplätze bis zum 31. Dezember 2029 abgeschlossen sein.

Staatsminister Dirk Panter sagte zur Bescheidübergabe: »Wie sich eine Bergbaulandschaft in eine attraktive Wassersportregion wandeln kann, zeigt eindrucksvoll das Leipziger Neuseenland. Der Freistaat möchte diese Erfolgsgeschichte fortschreiben und unterstützt deshalb die Gemeinde Großpösna beim Ausbau der Infrastruktur am beliebten Störmthaler See. Die GRW-Mittel sind gut angelegtes Geld, um die Aufenthaltsqualität für Wassersportler und Badegäste weiter zu steigern. Die geplanten Maßnahmen und die sächsische GRW-Förderung stärken auch Herbergen, Handel, Gastronomie und Dienstleister – und sichern damit Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ländlichen Raum.«

Bürgermeister Daniel Strobel hob hervor: »Für unsere kleine und dynamische Gemeinde mitten im Leipziger Neuseenland liegt eine große wirtschaftliche Zukunftsperspektive in der touristischen Entwicklung am Störmthaler See. Um diese Potentiale zu heben, braucht es eine grundlegende Infrastruktur, die wir nun endlich in Angriff nehmen können. Dafür sind wir dem Freistaat Sachsen sehr dankbar. Die nun mögliche Weiterentwicklung wird den Standort generell aufwerten und Impulse über das Entwicklungsgebiet hinaus setzen.«


Mehr Glasfaser für Nordsachsen

Nach dem erfolgreichen Abschluss des »Weiße-Flecken-Programms« setzt der Landkreis Nordsachsen den Breitbandausbau weiter fort. Mit Unterstützung von Bund und Freistaat Sachsen startet nun der Ausbau der sogenannten »Grauen Flecken«. Ausgebaut werden Adressen mit einer aktuellen Versorgung von weniger als 100 Mbit/s, für die kein eigenwirtschaftlicher Ausbau geplant ist. Insgesamt umfasst das Programm rund 15.300 förderfähige Adresspunkte im gesamten Landkreis. Das Gesamtvorhaben wird mit rund 74 Millionen Euro von Bund und Land finanziert.

Seit Ende Mai rollen in einigen Orten schon die ersten Bagger, nun kommt das »Graue-Flecken-Programm« für den weiteren Breitbandausbau im gesamten Landkreis auf Touren: Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter, Nordsachsens Landrat Kai Emanuel und der Telekom-Konzernbevollmächtigte für die Region Ost, Axel Wenzke, vollzogen dafür am Bildungszentrum für das Schornsteinfegerhandwerk in Doberschütz (Ortsteil Rote Jahne) den offiziellen Baustart.

»Der Ausbau des Glasfasernetzes ist eine zentrale Voraussetzung für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land. Dafür investiert der Freistaat hier in Nordsachsen mehr als 30 Millionen Euro, denn ein leistungsfähiger Internetzugang ist für Unternehmen und Bürger essenziell, wenn sie einen Ort zum Arbeiten und Leben suchen. So wird das Projekt dazu beitragen, die Anziehungskraft und die wirtschaftliche Perspektive des Landkreises und seiner Gemeinden weiter zu stärken, denn die Zukunft braucht Glasfaser«, betonte der für Digitalisierung zuständige Staatsminister Dirk Panter beim Baustart.

»Nachdem für mehr als 102 Millionen Euro die sogenannten weißen Flecken verschwunden sind, geht es nun den grauen Flecken an den Kragen. Weitere 73,6 Millionen Euro wird das kosten – eine Summe, die der Landkreis nicht aufbringen könnte. Dass Bund und Land die Finanzierung komplett übernehmen, freut mich sehr und ist ein schöner Beleg für die sich durchsetzende Erkenntnis, dass schnelles Internet heute genauso zur Grundversorgung gehört wie Wasser oder Strom«, hob Landrat Kai Emanuel hervor.

»Wir freuen uns, dass der Landkreis Nordsachsen bei diesem Projekt erneut auf die Expertise der Deutschen Telekom setzt, und bedanken uns für das Vertrauen«, sagte der Telekom-Konzernbevollmächtigte Ost, Axel Wenzke. »Wir werden im August in allen drei Projektgebieten mit dem Ausbau loslegen, dabei eng mit den Kommunen zusammenarbeiten und die Beeinträchtigungen für Anwohner so gering wie möglich halten. Dass wir heute in der Bildungsstätte des Schornsteinfegerhandwerks zu Gast sein dürfen, werte ich als Omen, dass das Projekt mit dem notwendigen Glück ausgestattet sein wird.«

Die Telekom hatte sich bei der europaweiten Ausschreibung des »Graue-Flecken-Programms« durchgesetzt. Sie wird rund 660 Kilometer Tiefbauarbeiten bewältigen und knapp 600 Glasfaser-Netzverteiler aufstellen. Wo immer möglich, nutzen die Telekom-Bautrupps bereits vorhandene Kabelkanäle und Leerrohre im Boden. Ansonsten werden neue Trassen gegraben – in der Regel im Gehweg, rund 40 Zentimeter tief und 15 Zentimeter breit. In diesen Graben kommt der magentafarbene Speednetrohrverband, ein stabiles Schutzpaket aus vielen kleinen Kunststoffröhrchen. Die eigentlichen Glasfaserkabel werden später mit Druckluft in die Röhrchen geblasen. Sobald die Leitungen im Boden liegen, wird die Strecke präzise digital per GPS eingemessen und dokumentiert, danach der Gehweg wieder ordnungsgemäß verschlossen und von der Kommune abgenommen. Je nach Bodenverhältnissen schafft ein eingespieltes Tiefbauteam etwa 50 bis 100 Meter am Tag.

Das »Graue-Flecken-Programm« umfasst alle 30 Städte und Gemeinden des Landkreises, aufgeteilt in drei Projektgebiete. Nach erfolgreichem Abschluss im Jahr 2029 werden rund 80 Prozent aller Adresspunkte in Nordsachsen über einen Glasfaseranschluss mit schnellem Internet verfügen.

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