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Gesundheitswirtschaft in Sachsen erwirtschaftet 17,4 Milliarden Euro

Gesundheitswirtschaft in Sachsen erwirtschaftet 17,4 Milliarden Euro

Eine neue Studie des SMWA zeigt die hohe Bedeutung der Gesundheitswirtschaft für Wachstum, Beschäftigung und Innovation. Im Jahr 2023 erwirtschaftete sie in Sachsen eine Bruttowertschöpfung von 17,4 Milliarden Euro. Damit entfielen 12,2 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Freistaates auf diese Querschnittsbranche. Zugleich sicherte sie rund 334.000 Erwerbstätigen Arbeit – rund jede sechste erwerbstätige Person in Sachsen war damit dort tätig.

Die Gesundheitswirtschaft ist für die Versorgung und Lebensqualität der Menschen in Sachsen von zentraler Bedeutung und gleichzeitig ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. »Wer die Gesundheitswirtschaft allein als Kostenfaktor betrachtet, greift zu kurz. Die Studie macht sichtbar, welche große wirtschaftliche und innovationspolitische Bedeutung die Branche für Sachsen hat. Sie liefert eine wichtige Grundlage, um die Gesundheitswirtschaft als relevanten Wirtschaftsbereich noch stärker ins Bewusstsein zu rücken und das Zusammenwirken von Wirtschaft, Wissenschaft, Versorgung, Politik und Verwaltung weiter zu stärken«, so Wirtschaftsminister Dirk Panter.

Die Studie steht kostenlos zum Download zur Verfügung (siehe Verlinkung im Text).

Die Studie wurde von der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH im Auftrag des SMWA erstellt. Analysiert wurden unter anderem Bruttowertschöpfung, Erwerbstätigkeit und Außenhandel der Gesundheitswirtschaft in Sachsen. Darüber hinaus werden Unternehmen aus den Bereichen Humanarzneimittel, Medizinprodukte und Einzelhandel mit Medizinprodukten auf Kreisebene dargestellt, Aktivitäten in Forschung und Entwicklung untersucht sowie gesundheitswirtschaftsrelevante Bildungsangebote erfasst. Die Kennzahlen beziehen sich auf das Jahr 2023 und sind im Wesentlichen dem »GGR-Dashboard« des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) entnommen.

Ausgewählte Ergebnisse der Studie

  • Seit 2014 wuchs die Branche im Durchschnitt um 4,8 Prozent pro Jahr und damit dynamischer als die sächsische Gesamtwirtschaft. Auch während der Corona-Pandemie (Covid-19) erwies sich die Gesundheitswirtschaft als robust. Die Exporte stiegen seit 2014 um 39,8 Prozent und erreichten 2023 rund 2,7 Milliarden Euro. Das entspricht 4 Prozent des sächsischen Gesamtexports.
  • Den größten Teilbereich bildet die medizinisch-pflegerische Versorgung. Sie erwirtschaftete 2023 eine Bruttowertschöpfung von 10,9 Milliarden Euro und beschäftigte 230.600 Erwerbstätige. Die industrielle Gesundheitswirtschaft kam auf 2,6 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung, 36.100 Erwerbstätige und Exporte in Höhe von 2,4 Milliarden Euro. Zugleich weist sie unter den Teilbereichen die höchste Wachstumsdynamik auf. Hinzu kommen weitere gesundheitswirtschaftliche Bereiche mit 3,9 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung und 67.700 Erwerbstätigen, die handels-, dienstleistungs-, tourismus- und investitionsbezogene Aktivitäten umfassen.
  • Besonders starke Wachstumsimpulse gehen von den Gütergruppen Humanarzneimittel, E-Health und Investitionen aus. Bei der Entwicklung der Bruttowertschöpfung belegen Humanarzneimittel im Bundesvergleich Rang eins, E-Health und Investitionen jeweils Rang zwei.
  • Regional zeigt sich ein differenziertes Bild: Unternehmen im Bereich Humanarzneimittel sowie biotechnologisch geprägte Aktivitäten konzentrieren sich vor allem in den urbanen Zentren Dresden und Leipzig. Die Medizintechnik ist dagegen breiter über Städte und Landkreise verteilt.
  • Sachsen verfügt über leistungsfähige Hochschul- und Forschungsstandorte sowie eine breit aufgestellte Bildungslandschaft. Diese umfasst hochschulische und berufliche Qualifizierungswege in Medizin, Gesundheitswissenschaften, natur-, sozial- und ingenieurwissenschaftlichen Fachrichtungen sowie in den Pflege- und Gesundheitsfachberufen. Damit bietet der Freistaat eine starke Wissens-, Ausbildungs- und Forschungsbasis, die Fachkräftesicherung und Innovationsfähigkeit in der Gesundheitswirtschaft gleichermaßen unterstützt.
  • Für Sachsen eröffnen sich damit Chancen auf zusätzliche Wertschöpfung, stärkeren Technologietransfer und mehr internationale Wettbewerbsfähigkeit. Besondere Stärken liegen unter anderem in der personalisierten Medizin, im Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Big Data sowie in technologischen Innovationen an der Schnittstelle von Medizintechnik und Biomedizin.
  • Zu den zentralen Herausforderungen und Entwicklungsthemen zählen die Digitalisierung, der demografische Wandel, die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels, die Fachkräftesicherung sowie resiliente Lieferketten bei Arzneimitteln und Medizinprodukten. Zugleich eröffnen Dateninfrastrukturen, digitale Anwendungen, Künstliche Intelligenz und Big Data neue Möglichkeiten für effizientere Versorgungsprozesse und innovative Geschäftsmodelle.

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Foto oben:
Wirtschaftsminister Dirk Panter (r.) beim Gespräch mit Dirk Freitag-Stechl, Geschäftsführer der CUP Contract Labs and TRIMT GmbH (Radeberg), beim »Thementag Radiopharmazie« am 8. Januar 2026. | Bildrechte: SMWA, Ronald Bonß

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