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Kreislaufwirtschaft als neues industrielles Standbein: Freistaat Sachsen unterstützt Zukunftsprojekt bei Volkswagen in Zwickau

Kreislaufwirtschaft als neues industrielles Standbein: Freistaat Sachsen unterstützt Zukunftsprojekt bei Volkswagen in Zwickau

Mit der Übergabe des Fördermittelbescheids in Höhe von 10,7 Millionen Euro hat Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter den Startschuss für ein zentrales Zukunftsprojekt am Volkswagen-Standort Zwickau gegeben. Der Freistaat Sachsen unterstützt damit gezielt den Aufbau der Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) als neues strategisches Geschäftsfeld – und stärkt zugleich die langfristige Perspektive des sächsischen Automobilstandorts.

Das Fahrzeugwerk Zwickau übernimmt im Volkswagen-Konzern eine zentrale Rolle als Kompetenzzentrum für Kreislaufwirtschaft. Am Standort werden künftig zentrale Geschäftsfelder der Circular Economy entwickelt, erprobt und wirtschaftlich bewertet. Dazu gehören unter anderem Recycling, Remanufacturing und Second-Life-Anwendungen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse, Standards und Qualifizierungsbausteine sollen konzernweit nutzbar gemacht werden.

Volkswagen plant, in den kommenden Jahren bis zu 90 Millionen Euro in Umbauten, technische Anlagen sowie digitale und KI-gestützte Prozesse zu investieren. Insgesamt entstehen mehrere hundert neue Arbeitsplätze. Der Freistaat Sachsen flankiert dieses Engagement mit der Förderzusage, um den industriellen Umbau aktiv zu unterstützen und Wertschöpfung am Standort zu sichern.

Schrittweiser Aufbau – klare industrielle Perspektive

Konkret startet das Werk Zwickau zunächst mit der Demontage von Fahrzeugen im Regelbetrieb. Die Kapazitäten werden schrittweise ausgebaut. Ziel ist es, ab dem Jahr 2030 jährlich bis zu 15.000 Fahrzeuge zu zerlegen, um Materialien zurückzugewinnen, hochwertige Rezyklate zu erzeugen und Rohstoffe wieder in den industriellen Kreislauf zurückzuführen. Weitere Geschäftsfelder der Kreislaufwirtschaft werden fortlaufend geprüft und entwickelt.

Die Kreislaufwirtschaft ist dabei ein zentraler wirtschaftlicher Hebel: Sie stabilisiert Produktions- und Materialkosten, reduziert die Abhängigkeit von Primärrohstoffen und stärkt die Resilienz globaler Lieferketten. Gleichzeitig entstehen neue Geschäftsmodelle und zusätzliche Erlöspotenziale für die Industrie.

Volkswagen: Zwickau als konzernweiter Impulsgeber

Andreas Walingen, Leiter Group Circular Economy bei der Volkswagen AG, betont die strategische Bedeutung des Projekts: »Kreislaufwirtschaft wird für Volkswagen in den nächsten Jahren immer wichtiger. Sie verfolgt das Ziel, Rohstoffe für den Bau neuer Fahrzeuge wiederzuverwenden, unabhängiger vom weltweiten Rohstoffhandel zu werden und den CO₂-Fußabdruck zu reduzieren. Das Fahrzeugwerk Zwickau übernimmt dabei eine Schlüsselrolle: Hier definieren, erproben und prüfen wir die notwendigen Prozessabläufe.«

Auch aus Sicht der Standortleitung steht Zwickau erneut für Pioniergeist. Danny Auerswald, Sprecher der Geschäftsführung von Volkswagen Sachsen, erklärt: »Wir waren das erste Werk, das vollständig auf E-Mobilität umgestellt wurde. Jetzt erschließen wir mit der Kreislaufwirtschaft ein weiteres zukunftsweisendes Geschäftsfeld. Mit unserer Erfahrung in der Großserienproduktion und der starken Hochschullandschaft in Sachsen schaffen wir die Grundlage für neue industrielle Wertschöpfung.«

Fördergeld zum Projektstart: Wirtschaftsminister Dirk Panter (3.v.r.) brachte den positiven Bescheid mit. Von links: Thomas Edig, Geschäftsführer Personal und Organisation bei Volkswagen Sachsen, Mario Albert, Vorsitzender des Betriebsrats Fahrzeugwerk Zwickau, Danny Auerswald, Sprecher der Geschäftsführung und Geschäftsführer Technik und Logistik bei Volkswagen Sachsen, Mike Rösler, Stellvertretender Betriebsratsvorsitzender Fahrzeugwerk Zwickau, Dirk Panter, Andreas Walingen, Leiter Group Circular Economy der Volkswagen AG und Jochen Rahmfeld, Geschäftsführer Finanz und Controlling bei Volkswagen Sachsen.

Panter: Kreislaufwirtschaft ergänzt die Automobilproduktion

Dirk Panter, Wirtschaftsminister im Freistaat Sachsen: »Wir betreten mit dem Recycling -Thema hier in Zwickau Neuland für ganz VW. Das Werk in Mosel übernimmt damit eine wichtige Funktion und Vorreiterrolle innerhalb des Konzerns. Sachsen kann damit einmal mehr beweisen, dass es Lösungen für die Zukunft der Automobilbranche hat. Das neue Projekt verdeutlicht den verantwortungsvollen Umgang mit bestehenden Ressourcen und bietet zudem den Beschäftigten in Mosel neue Perspektiven. Die Diversifizierung des Standortes Zwickau stärkt somit die Zukunftsfähigkeit dieser sächsischen Automobil-Region.« 

Die Kreislaufwirtschaft wird bewusst als Ergänzung zur Fahrzeugproduktion aufgebaut – nicht als Ersatz. Neben industriellen Prozessen rücken auch Qualifizierung und Ausbildung in den Fokus: In Zusammenarbeit mit dem Volkswagen Bildungsinstitut und der Westsächsischen Hochschule werden Ausbildungsberufe und Studiengänge um Inhalte der Kreislaufwirtschaft erweitert. Zwickau wird damit auch zum Ausbildungs- und Weiterbildungsstandort für künftige Konzernaktivitäten.

Strukturwandel mit industrieller Substanz

Der Einstieg in die Kreislaufwirtschaft wurde im Rahmen der Tarifverhandlungen Ende 2024 vereinbart und wird nun umgesetzt. Neben der Fahrzeugproduktion entsteht damit ein zweites industrielles Standbein, das Beschäftigung sichert, Kompetenzen aufbaut und die Region Mitteldeutschland langfristig stärkt. Mit der Förderzusage des Freistaates Sachsen wird deutlich: Transformation gelingt dort am besten, wo Industrie, Beschäftigte und Politik gemeinsam Verantwortung übernehmen – und Zukunft aktiv gestalten.

Bilder SMWA. Texte mit Pressemitteilung Volkswagen Sachsen GmbH

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