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Sachsen an der Spitze im Standortvergleich: ZEW-Studie bescheinigt hohe Attraktivität für Unternehmen

Sachsen an der Spitze im Standortvergleich: ZEW-Studie bescheinigt hohe Attraktivität für Unternehmen

Der Freistaat Sachsen ist laut aktueller Studie des Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW das attraktivste Bundesland für Unternehmen in Deutschland – noch vor Bayern. Damit bestätigt der Bundesländerindex Familienunternehmen 2026, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Sachsen in den vergangenen Jahren spürbar verbessert haben. Auftraggeber der Studie ist die Stiftung Familienunternehmen.

Besonders stark schneidet Sachsen in den zentralen Kategorien »Arbeit und Humankapital«, »Finanzierung« sowie »Infrastruktur« ab. In diesen Bereichen sehen die ZEW-Ökonomen den Freistaat im bundesweiten Vergleich sehr gut aufgestellt und besonders wettbewerbsfähig.

Ausschlaggebend für den Spitzenplatz Sachsens sind laut Studie vor allem die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte, ein funktionierendes Finanzierungsumfeld sowie leistungsfähige Verkehrs- und Digitalinfrastrukturen. Gerade diese Faktoren sind für Unternehmen – insbesondere für familiengeführte Betriebe und den industriellen Mittelstand – entscheidend bei Standortentscheidungen.

Bayern, das in der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2022 noch Rang eins belegte, verliert nach Einschätzung des ZEW vor allem aufgrund von Qualitätsverlusten bei der Infrastruktur an Boden. Zwar bleibt der Süden wirtschaftlich stark, doch zeigen sich zunehmend strukturelle Defizite, die sich im Ranking niederschlagen.

Bemerkenswert ist ein weiteres Ergebnis der Studie: Der klassische Ost-West-Gegensatz spielt im Standortvergleich kaum noch eine Rolle. Mehrere ostdeutsche Länder konnten ihre Position deutlich verbessern. Neben Sachsen liegen auch Thüringen und Sachsen-Anhalt im Mittelfeld des Rankings. Niedersachsen verzeichnete den größten Sprung und verbesserte sich vom zehnten auf den dritten Platz.

Die ZEW-Studie bewertet insgesamt fünf Kategorien, darunter auch »Steuern« und »Institutionen«. In der Steuerkategorie liegt Bayern weiterhin vorn. In der Kategorie »Arbeit und Humankapital«, zu der unter anderem Schulen, Hochschulen und Kinderbetreuung zählen, schneiden Bayern und Baden-Württemberg hingegen vergleichsweise schwach ab – insbesondere bei der Kinderbetreuung. Die Autoren sehen darin einen wachsenden Standortnachteil angesichts des Fachkräftemangels.

In einer Zusatzanalyse zur Zukunftsorientierung der Länderhaushalte – gemessen an Ausgaben für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur – liegt Bayern zwar weiterhin an der Spitze. Sachsen rangiert hier jedoch ebenfalls in der Spitzengruppe, gemeinsam mit Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Wirtschaftsminister Panter: Anerkennung und Auftrag zugleich

Für Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter ist das Ergebnis Anerkennung und zugleich Ansporn:

»Das starke Abschneiden Sachsens ist eine wichtige Anerkennung für die Arbeit der vergangenen Jahre und für die Leistungsfähigkeit unseres Freistaates. Wir freuen uns über dieses Ergebnis – es zeigt, dass Investitionen in gute Rahmenbedingungen, in Fachkräfte, Forschung, verlässliche Finanzierung und leistungsfähige Infrastruktur der richtige Weg sind.«

Zugleich mahnt Panter, den internationalen Wettbewerb im Blick zu behalten:

»Gleichzeitig gibt das Lob keinerlei Anlass zur Selbstzufriedenheit. Sachsen steht nicht im Wettbewerb mit einzelnen Bundesländern, sondern im internationalen Vergleich um Unternehmen, Investitionen und kluge Köpfe. Der eingeschlagene Kurs stimmt, aber der Weg ist noch weit um weltweit an der Spitze zu stehen. Genau deshalb werden wir weiter mit allen Akteuren gemeinsam konsequent daran arbeiten, Sachsen als zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort national und international zu stärken.«

Die Ergebnisse der ZEW-Studie unterstreichen, dass Sachsen bei zentralen Standortfaktoren überzeugend aufgestellt ist. Zugleich machen sie deutlich, dass wirtschaftliche Stärke kein Selbstläufer ist. Fachkräftesicherung, Bildung, Infrastruktur und Zukunftsinvestitionen bleiben entscheidende Stellschrauben, um die Wettbewerbsfähigkeit des Freistaates dauerhaft zu sichern – im europäischen und globalen Kontext.

👉 Zur vollständigen ZEW-Studie »Bundesländerindex Familienunternehmen 2026«:
https://www.familienunternehmen.de/de/publikationen/bundeslaenderindex-familienunternehmen-2026


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