Traditionsreich, nachhaltig, zukunftsfähig: Die sächsische Textilindustrie steht für qualitätsbewusste Produktion in einer Branche mit Zukunft. Sie zählt im Freistaat 12.000 Beschäftigte und erzielt fast 1,5 Milliarden Euro Jahresumsatz. Ein Branchengespräch in Oederan hat ihre Potenziale aufgezeigt.
Textilindustrie in Sachsen – Zahlen und Fakten
- Sachsen zählt neben Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern zu den vier großen deutschen Textilstandorten.
- Von den rund 16.000 Beschäftigten der ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie arbeiten 12.000 in Sachsen.
- Über 60 Prozent des Umsatzes erzielen die Unternehmen hierzulande mit technischen, funktionalisierten Textilien als Zulieferer für unterschiedliche Branchen, gefolgt von Heimtextilien und Bekleidung.
- Die hohe Exportquote sächsischer Textilunternehmen spiegelt die Wertschätzung und Wettbewerbsfähigkeit hiesiger Textil- und Bekleidungsprodukte auf internationalen Märkten wider.
Branchengespräch in Oederan



Beim diesjährigen Branchengespräch am Standort des Unternehmens HYGIENE Oederan Produktionsgesellschaft mbH im Landkreis Mittelsachsen fand am 17. September unter Leitung von Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Kralinski ein intensiver Austausch zwischen sächsischen Textilunternehmen, dem Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. (vti) und der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) zur aktuellen Lage, zu Zukunftsperspektiven und neuen Trends der Traditionsbranche statt.

Staatssekretär Thomas Kralinski hob hervor: »Die sächsische Textilindustrie überzeugt durch regionale Wertschöpfung, hohe Wandlungsfähigkeit und nachhaltige Innovationskraft, maßgeblich getragen von Sachsens Hochschulen und außeruniversitären Forschungsinstituten. Besonders vielversprechend sind Chancen in neuen Märkten der technischen Textilien und Gesundheitstextilien sowie in der qualitativ hochwertigen Einzelfertigung. Um Herausforderungen und Chancen wie die fortschreitende Automatisierung und den sinnvollen Einsatz von KI zur Weiterentwicklung der Branche bestmöglich zu meistern, ist Sachsen – gerade auch mit dem neuen Innovationscluster Robotics Saxony – der beste Standort.«
Weiterhin verlangt der Markt zunehmend nach regionalen und nachhaltigen textilen Lösungen, etwa für Strukturleichtbau. Die Rolle von sächsischen Forschungseinrichtungen wie dem Forschungsinstitut für Leder und Kunststoffbahnen (FILK) in Freiberg, dem Sächsischen Textilforschungsinstitut (STFI) in Chemnitz und dem Institut für Textilmaschinen und textile Hochleistungswerkstoffe der TU Dresden ist zentral für nachhaltige, effiziente und hochwertige Textilproduktion.

Auch die aktuelle wirtschaftliche Lage der Branche diskutierten die Teilnehmenden im Branchengespräch umfänglich. Dazu sagte Daniel Schmidt, neuer Hauptgeschäftsführer des in Chemnitz ansässigen vti: »Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist ein starkes Stück Wirtschafts- und Industriegeschichte Sachsens – und sie ist bereit, auch künftig ein wichtiger Teil der industriellen Zukunft zu sein. Damit unsere Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben, fordern sie vor allem faire Regeln, Planungssicherheit bei den Energiekosten sowie einen Abbau überbordender Bürokratie. Vereinfachte Verfahren und digitale Lösungen würden gerade mittelständischen Unternehmen spürbar helfen und Kapazitäten freisetzen – für Ausbildung, Forschung und Wertschöpfung in Sachsen.«
Das Gespräch lieferte wertvolle Impulse für die künftige Ausrichtung der sächsischen Textilunternehmen. Nachhaltigkeit und die Herausforderungen beim Bürokratieabbau, der Energieversorgung und der Digitalisierung stehen oben auf der Agenda, wenn es um die Transformation der Wirtschaft geht.

WFS-Geschäftsführer Thomas Horn betont: »Die Textilindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in vielen Regionen Sachsens. Und sie ist auch Technologietreiber. Denn nur mit Innovationen bleibt sie stark im internationalen Wettbewerb. Deshalb unterstützen wir die Textilindustrie bei der branchenübergreifenden Vernetzung und der Erschließung neuer Geschäftsfelder, u.a. in der Gesundheitswirtschaft, im Obst- und Weinbau, in der Bauindustrie sowie bei der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit durch Automatisierung und Robotik.«
Informationen zum Unternehmen HYGIENE Oederan Produktionsgesellschaft mbH
Die HYGIENE Oederan Produktionsgesellschaft mbH ist ein moderner und zukunftsorientierter Hersteller von Damenhygieneartikeln und Inkontinenzprodukten. Das Unternehmen beschäftigt rund 150 Mitarbeiter und produziert jährlich etwa zwei Milliarden Produkte, die europaweit bei namhaften Einzelhändlern erhältlich sind. Seit 1993 steht HYGIENE Oederan für höchste Qualitätsstandards, nachhaltige Produktionsprozesse und den Einsatz modernster Fertigungstechnologien. Es ist ein zuverlässiger Zulieferer für internationale Markenunternehmen und legt großen Wert auf Umweltbewusstsein sowie soziale Verantwortung. Das Unternehmen kombiniert Tradition mit Innovation, um den hohen Anforderungen des Marktes gerecht zu werden.
Veranstaltungstipp: Ausstellung »Textil? Zukunft!«
Begleitend zum Wandel und parallel zum europäischen Kulturhauptstadtjahr zeigt die Ausstellung »Textil? Zukunft!« die Innovationskraft der sächsischen Textilindustrie an verschiedenen Standorten in der Region Chemnitz. Traditionsunternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen präsentieren moderne Hightech-Materialien, nachhaltige Produktionsprozesse und textile Zukunftstechnologien. Sie verdeutlicht die Bedeutung der Branche für die sächsische Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft und stärkt die Vernetzung auf regionaler und europäischer Ebene.

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