Hauptinhalt

#ZUKUNFTblog

Sachsens Bergbauverwaltung im engen Austausch mit Serbien

Sachsens Bergbauverwaltung im engen Austausch mit Serbien

Im Jahr 2024 besuchte der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz gleich zweimal das sächsische Oberbergamt in Freiberg. Beim zweiten Mal wurde er vom serbischen Präsident Aleksandar Vucic begleitet. Gemeinsam informierten sich die Staatsmänner im Oberbergamt über nachhaltige Lithiumgewinnung und das geplante Projekt im Erzgebirge. Nun waren Ralph Weidner, Leiter des Referats Bergbau, seine Kollegin Christiane Rötschke und Dr. Uwe Lehmann aus dem LfULG zum Gegenbesuch in Belgrad.

Die EU will ihre Abhängigkeit von China beim Abbau von Lithium reduzieren und verstärkt selbst Lithium fördern. Und hier kommen Serbien und Sachsen ins Spiel. Serbien verfügt in der Nähe der westlichen Stadt Loznica über große Lithium-Vorkommen, im Erzgebirge will die Firma Zinnwald Lithium im Jahr 2030 mit dem Abbau beginnen. In beiden Fällen blicken Anwohnerinnen und Anwohner mit Sorge darauf, ob sich diese Projekte negativ auf Umwelt und Lebensqualität auswirken. In Serbien wurde das Projekt deswegen aktuell sogar gestoppt.

Im Rahmen eines zweitägigen Workshops und einer Befahrung eines Erzbergwerkes in Rudnik wurde sich zu Abläufen von Genehmigungsverfahren, Öffentlichkeitsbeteiligung und Akzeptanzmanagement und wie man den Bergbau im Allgemeinen sozial und umweltfreundlich gestalten kann, intensiv ausgetauscht.

»Es gibt aber noch viele andere Themen, bei denen wir voneinander lernen können. Serbien hat zum Beispiel mehr Expertise im aktiven Untertageerzbergbau. Die gibt es in Sachsen momentan (fast) nicht. Dafür haben wir mehr Erfahrung in der Bergbauverwaltung und dem Sanierungsbergbau«, erklärt Ralph Weidner. Überhaupt sei eine eigenständige Bergbauverwaltung, wie es sie in Sachsen mit dem Oberbergamt gibt, deutschland- und europaweit eine echte Seltenheit, bietet aber viele Vorteile, so Ralph Weidner. Sachsen gelte in Serbien in Sachen Bergbau ohnehin als Vorbild. »Der ersten Bergleute in Serbien kamen vor Jahrhunderten aus Sachsen.«

Die Kooperation zwischen Sachsen und Serbien soll künftig noch enger werden und kann bestenfalls auch über den bergmännischen Rahmen hinausgehen. »Eine Zusammenarbeit bei den Themen Hochschulen oder z.B. Dekarbonisierung wären ebenfalls vorstellbar«, so Weidner abschließend.


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

zurück zum Seitenanfang