Die Deckung des Fachkräftebedarfs bleibt eine der zentralen Herausforderungen für Sachsens Wirtschaft. Der verschärfte demographische Wandel, unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen, globaler Wettbewerbsdruck und Klimaschutz verlangen neue Antworten. Die Fachkräftestrategie 2030 des Freistaates Sachsen wird deshalb aktuell weiterentwickelt – mit einem klaren Ziel: vorhandene Potenziale besser nutzen und neue erschließen. Doch wie entsteht eigentlich eine solche Strategie? Ein Blick in den laufenden Prozess zeigt: Die Fortschreibung basiert nicht nur auf Daten, sondern praxisnah und im engen Austausch mit den Arbeitsmarktakteuren vor Ort.
Datenbasis und Praxiswissen zusammengeführt
Grundlage der Aktualisierung ist eine umfassende Analyse von Arbeitskräftepotenzialen im Freistaat Sachsen, die die Prognos AG im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) durchführt. Im Fokus steht dabei die Frage, wo bislang ungenutzte oder schwer erschließbare Potenziale liegen – und wie sie aktiviert werden können.
Eng begleitet wird der Prozess durch die Projektgruppe »Potentialanalyse« der Fachkräfteallianz Sachsen, die Perspektiven aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik bündelt.
Sechs Zielgruppen im Fokus
Auf dieser Basis wurden sechs Zielgruppen identifiziert, die künftig noch stärker in den Blick genommen werden. Grundlage dieser Auswahl waren Kriterien wie Qualifikationspassung, Aktivierbarkeit, Steuerbarkeit durch politische Maßnahmen sowie Nachhaltigkeit der Integration in den Arbeitsmarkt.
Im Fokus stehen:
- Absolventinnen und Absolventen sächsischer Hochschulen, insbesondere internationale und MINT-Fachkräfte
- Fachkräftegewinnung aus Drittstaaten und Geflüchtete
- Junge Menschen ohne gesicherten Anschluss
- Personen in Teilzeit sowie die »Stille Reserve«
- Ältere Erwerbspersonen
- Erwerbspersonen im Strukturwandel und in Transformationsprozessen
Diese Gruppen eint: Sie bieten konkrete Ansatzpunkte, um Fachkräftebedarfe kurzfristig und nachhaltig zu decken – wenn passende Rahmenbedingungen geschaffen werden.
Werkstattgespräche im ganzen Freistaat
Herzstück des Beteiligungsprozesses waren sechs Werkstattgespräche – verteilt über den gesamten Freistaat und bewusst nah an der Praxis und regionalen Strukturen organisiert.
Die Gespräche fanden statt:
- an der TU Dresden in Dresden (Fokus: Hochschulabsolventinnen und -absolventen)
- bei der Pfennig Bau GmbH & Co. KG in Oschatz (Fokus: Fachkräftegewinnung aus Drittstaaten und Geflüchtete)
- bei der IHK-Regionalkammer Mittelsachsen in Freiberg (Fokus: Junge Menschen ohne gesicherten Anschluss)
- bei der Paritätischen Akademie Sachsen / Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Dresden (Fokus: Personen in Teilzeit sowie die »Stille Reserve«)
- bei der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit in Chemnitz (Fokus: Ältere Erwerbspersonen)
- beim DGB Region Südwestsachsen in Chemnitz (Fokus: Erwerbspersonen im Strukturwandel und in Transformationsprozessen)
Vor Ort diskutierten jeweils rund 20 bis 25 Expertinnen und Experten aus Unternehmen, Arbeitsverwaltung, Kammern und Verbänden, Gewerkschaften, Wissenschaft, Bildungsträgern, Hochschulen, Kommunen und Landesverwaltung. Insgesamt kamen so etwa 140 Fachleute zusammen. Parallel dazu beteiligten sich rund 1.000 Akteure an einer Online-Befragung.
Im Mittelpunkt standen konkrete Fragen: Wo liegen Potenziale? Welche Hürden bestehen? Was wirkt bereits – und was braucht es zusätzlich?
Die Werkstattgespräche haben gezeigt, wie unterschiedlich die Herausforderungen je nach Zielgruppe sind – und wie wichtig passgenaue Lösungen. Gleichzeitig wurde deutlich: Fachkräftesicherung kann nur gemeinsam gelingen. Alle Arbeitsmarktakteure müssen eng zusammenarbeiten, damit aus Potenzialen konkrete Beschäftigung wird. Der Austausch vor Ort hat dafür eine wichtige Grundlage geschaffen – fachlich und auch für neue Kooperationen.
Gemeinsam an Lösungen arbeiten – Fachkräftestrategie 2030: Weiterentwicklung mit klarem Fokus

Die bestehende Fachkräftestrategie 2030 bündelt bereits zentrale Handlungsfelder – von Ausbildung über Zuwanderung bis zur Unterstützung von Unternehmen im Wandel. Mit der Fortschreibung wird dieser Ansatz nun weiter geschärft: datenbasiert, zielgruppenspezifisch und praxisorientiert. Die Ergebnisse aus Analyse und Beteiligungsprozess fließen direkt in die Weiterentwicklung der Fachkräftestrategie ein. Das SMWA dankt allen Beteiligten – insbesondere der Fachkräfteallianz Sachsen – für die breite Unterstützung und die intensive Mitwirkung.
Die bestehende Fachkräftestrategie 2030 bündelt bereits zentrale Handlungsfelder – von Ausbildung über Zuwanderung bis zur Unterstützung von Unternehmen im Wandel. Mit der Fortschreibung wird dieser Ansatz nun weiter geschärft: datenbasiert, zielgruppenspezifisch und praxisorientiert. Die Ergebnisse aus Analyse und Beteiligungsprozess fließen direkt in die Weiterentwicklung der Fachkräftestrategie ein. Das SMWA dankt allen Beteiligten – insbesondere der Fachkräfteallianz Sachsen – für die breite Unterstützung und die intensive Mitwirkung.
