Im Mittelpunkt der 9. Klimaschulkonferenz im Sächsischen Landtag stand eine zentrale Frage: Wie lässt sich Klimaschutz ganz konkret im Schulalltag umsetzen? Wie können Schülerinnen und Schüler Verantwortung übernehmen, eigene Ideen entwickeln und ihre Schule nachhaltig verändern – freiwillig, praxisnah und mit Wirkung über das Klassenzimmer hinaus? Unter dem Motto »Mitreden. Mitmachen. Mitgestalten – für unser Klima!« kamen rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen. Die Konferenz ist die zentrale Austauschplattform der Klimaschulen in Sachsen und bringt engagierte Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Partner aus Politik und Praxis zusammen. Sie macht sichtbar, wie Bildung, Beteiligung und Klimaschutz im Schulalltag zusammenwirken können.
Immer mehr junge Menschen in Sachsen stellen sich diesen Fragen mit Kreativität, Engagement und Ausdauer. Sie treiben Projekte voran, die Energie sparen, Ressourcen schonen und nachhaltiges Handeln konkret erlebbar machen. Das wachsende Netzwerk der sächsischen Klimaschulen zeigt eindrucksvoll, wie frühzeitige Beteiligung Verantwortung stärkt und Zukunftskompetenzen vermittelt. Die Klimaschulkonferenz wird gemeinsam vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz und dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus getragen – als starkes Zeichen für nachhaltige Bildung und eine verantwortungsvolle Zukunftsgestaltung im Freistaat Sachsen.

»Die Klimaschulen sind echte Zukunftswerkstätten. Sie zeigen, dass die nächste Generation mit Kreativität und Tatkraft Verantwortung übernimmt. Ob grüne Schulhöfe, clevere Energiesparideen oder technische Innovationen – jede Initiative zählt. Mit ihrem Engagement bewegen die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit ihren Lehrkräften spürbar etwas in ihrem direkten Umfeld. Das ist gut fürs Klima, für die Schulgemeinschaft und die Kommunen. In Zukunft wollen wir mit den Klimaschulen neue Brücken zur sächsischen Wirtschaft schlagen, denn wer heute verantwortungsbewusst mit Energie umgeht, gestaltet morgen die nachhaltigen Lösungen beispielsweise im Handwerk mit. Davon profitieren wir alle – ökologisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich«, so Dirk Panter, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz.
»Die heutigen Auszeichnungen sind ein eindrückliches Zeichen für das engagierte Handeln unserer Schulen im Bereich Klimaschutz, Klimaanpassung und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Schulen gestalten verantwortungsvoll die Zukunft und setzen dabei auch auf die Innovationskraft junger Menschen. Das Netzwerk der sächsischen Klimaschulen ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie Bildung und Verantwortung Hand in Hand gehen – heute und für die Generationen von morgen. Deshalb ist es unser Ziel, das Klimaschulnetzwerk in den nächsten Jahren um noch weitere 40 Schulen bis auf 100 in 2030 anwachsen zu lassen«, so Conrad Clemens, Staatsminister für Kultus.

Klimaschul-Auszeichnungen von Ellefeld bis Görlitz
Ein Höhepunkt der Konferenz ist die feierliche Auszeichnung von insgesamt 23 Schulen durch Wirtschaftsminister Dirk Panter und Kultusminister Conrad Clemens. Davon treten 17 Schulen dem Netzwerk neu bei, während sechs weitere Schulen nach fünf Jahren erfolgreicher Arbeit rezertifiziert werden. Mit Grundschulen, Oberschulen, Förderschulen, Gymnasien und Berufsschulen sind alle Schularten vertreten – von Ellefeld im Vogtland über Burgstädt in Mittelsachsen bis nach Görlitz. Damit wächst das landesweite Netzwerk auf insgesamt 60 aktive Klimaschulen an.


Ziel: verstärkte Vernetzung mit der sächsischen Wirtschaft
Ein neuer Schwerpunkt der Klimaschulinitiative soll künftig in der engeren Zusammenarbeit zwischen Klimaschulen und der sächsischen Wirtschaft liegen. Dazu gehören insbesondere Unternehmen, die in der »Umwelt- und Klimaallianz Sachsen« aktiv sind oder in den Bereichen Energie, Klimaschutz und Klimaanpassung arbeiten. So können engagierte Schülerinnen und Schüler mit nachhaltigen Unternehmen im Freistaat in Kontakt kommen. Etwa durch Praktika und gemeinsame Projekte zur Berufsorientierung im Bereich der »Green Economy« möchte die Initiative zudem einen Beitrag leisten, um Fachkräfte für die ökologische Transformation der sächsischen Wirtschaft zu gewinnen.
Neue Bewerbungen bis zum 31. März 2026 möglich
Die Klimaschulinitiative bildet eine Brücke zwischen Klimapolitik und Schulalltag und passt damit zur sächsischen Landesstrategie für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ebenso wie zum Nationalen Aktionsplan. Schulen, die mitmachen möchten, können sich bis zum 31. März 2026 bewerben. Der Weg zur Klimaschule – von der Bewerbung bis zur Rezertifizierung – Klima – sachsen.de
Wie es funktioniert, zeigt der anschauliche Animationsfilm »So geht Klimaschule«. Er erklärt knapp und anschaulich, was eine Klimaschule ausmacht und welche Schritte bis dahin notwendig sind. Dieser kann zur Berichterstattung gern frei verwendet werden.


Was macht eine Schule zur Klimaschule?
Eine Klimaschule verpflichtet sich, Klimaschutz und Klimaanpassung als ein Handlungsfeld der BNE umfassend und dauerhaft im gesamten schulischen Handeln zu verankern. Der Fachbegriff dafür lautet »Whole-School Approach« – die gesamte Schule, von der Heizungssteuerung bis zum Schulhofprojekt, von der Unterrichtsgestaltung bis zur Lehrerfortbildung, wird einbezogen. Das klingt anspruchsvoll – hat aber viele konkrete und gut umsetzbare Seiten. In Grundschulen gibt es zum Beispiel die »Energiedetektive«, die darauf hinweisen, dass Lichter oder Heizungen ausgeschaltet werden. Zahlreiche Projekte widmen sich Mülltrennung, Upcycling oder dem Anlegen von Blühwiesen. Manche Schulen gehen noch weiter: Sie gestalten ihre Schulhöfe klimafreundlich um oder legen Baumpflanzungen an.
Unterstützung bis zu 3.000 Euro
Belohnt wird dieses Engagement mit einer jährlichen Unterstützung von bis zu 3.000 Euro, dazu kommen Beratungsangebote über weitere Fördermöglichkeiten. So werden gute Ideen nicht am Geld scheitern.
Klimaschutz als Gemeinschaftsaufgabe
»Klimaschulen in Sachsen« ist eine gemeinsame Initiative des Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz sowie des Staatsministeriums für Kultus. Ziel ist es, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) insbesondere im Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung umfassend in den Schulalltag zu integrieren.
Das Projekt trägt zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen bei und fördert die ganzheitliche Integration von Klimaschutz und Klimaanpassung in den Schulalltag. Schulen, die sich bewerben, entwickeln einen Klimaschulplan für fünf Jahre. Nach dieser Zeit können sie sich rezertifizieren lassen, indem sie neue Schwerpunkte und Maßnahmen festlegen.
Schulen erhalten im Rahmen der Initiative fachliche Beratung und finanzielle Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung. Des Weiteren stehen den Schulen Fortbildungen und Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, um sie in ihren Projekten zu unterstützen.
Weitere Informationen zu Klimaschulen in Sachsen: www.klima.sachsen.de/klimaschulen-in-sachsen-12616.html
Bilder: SMWA | Sebastian Willnow
