Die Zahl der Klimaschulen in Sachsen wächst: 17 weitere Schulen sind allein in diesem Jahr dazugekommen. Und das aus gutem Grund. Denn eine Klimaschule ändert ihr eigenes Umfeld ganz konkret: Es wird grüner auf dem Schulhof, Heizkosten sinken oder neue Natur- und Umweltprojekte entstehen. Dafür engagieren sich Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern und Schulträger gemeinsam für Klimaschutz, Klimaanpassung und einen bewussten Umgang mit Energie und Ressourcen. Gleichzeitig stärkt jede Klimaschule den Klimaschutz vor Ort – und im Netzwerk von inzwischen 60 Schulen kommt so eine beachtliche Wirkung zusammen.
Was eine Klimaschule ausmacht
Klimaschulen verstehen Nachhaltigkeit nicht als einzelnes Projekt, sondern als eine Art roten Faden durch den gesamten Schulalltag. Das reicht von der Heizungssteuerung im Gebäude über Projekte auf dem Schulhof bis hin zur Unterrichtsgestaltung und Fortbildung der Lehrkräfte. Fachleute sprechen dabei vom »Whole School Approach« – die ganze Schule macht sich gemeinsam auf den Weg.
Im Alltag sieht das sehr konkret aus: In einigen Grundschulen achten zum Beispiel »Energiedetektive« darauf, dass Licht oder Heizung nicht unnötig laufen. Andere Schulen legen Blühwiesen an, beschäftigen sich mit Mülltrennung und Upcycling oder entwickeln eigene Ideen für mehr Klimaschutz vor Ort. So entstehen Lernorte, an denen Wissen, Verantwortung und Teamgeist zusammenkommen.


Warum Klimaschulen für Kommunen wichtig sind
Schulen zählen zu den größeren Energieverbrauchern einer Kommune. Wenn Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler bewusst mit Strom, Wärme und Wasser umgehen, senkt das nicht nur die Kosten, sondern leistet auch einen direkten Beitrag zum Klimaschutz. Klimaschulen sind damit echte Zukunftswerkstätten in der Kommune – sie stärken die lokale Klimabilanz und zeigen, wie Veränderung ganz praktisch gelingt.
Auch für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen ist das wichtig: Wer eigene Projekte plant, umsetzt und ihre Wirkung sieht, erfährt Selbstwirksamkeit. Klimaschulen fördern also gleichzeitig Innovationsfreude, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, gemeinsam Lösungen zu entwickeln – Kompetenzen, die weit über das Klassenzimmer hinausreichen.
So wird man Klimaschule
Schulen, die mitmachen möchten, entwickeln zunächst einen Klimaschulplan für fünf Jahre. In diesem Plan legen sie fest, welche Schwerpunkte sie setzen und welche Maßnahmen sie in Unterricht, Schulorganisation, Gebäude und Schulleben umsetzen wollen. Nach Ablauf der fünf Jahre können sie sich rezertifizieren lassen und neue Schwerpunkte definieren – Klimaschutz bleibt damit ein kontinuierlicher Prozess, kein einmaliges Projekt.
Unterstützt werden die Schulen von der Initiative »Klimaschulen in Sachsen« der Staatsministerien für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz sowie für Kultus. Sie bietet fachliche Beratung, Materialien und finanzielle Förderung für Maßnahmen in den Bereichen Klima- und Naturschutz sowie Klimaanpassung. So können auch Schulen einsteigen, die noch am Anfang ihres Weges stehen.
Mitmachen: bis 31. März 2026 bewerben
Bis zum 31. März 2026 können sich weitere Schulen als Klimaschule bewerben. Angesprochen sind alle Schularten – von der Grundschule bis zum beruflichen Schulzentrum. Besonders erfolgreich ist die Bewerbung, wenn die gesamte Schulgemeinschaft dahintersteht: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern, Hausmeisterei und Schulträger.
Wer mehr wissen oder direkt loslegen möchte, findet auf den Klimaschul-Seiten des Freistaates Schritt-für-Schritt-Informationen zum Weg von der Bewerbung bis zur Rezertifizierung, Beispielprojekte aus ganz Sachsen und die Kontaktmöglichkeiten zur fachlichen Beratung. So wird aus einer ersten Idee ein langfristiges Schulprofil – und aus engagierten Projekten ein starkes Netzwerk für eine klimabewusste Zukunft.
Weitere Informationen unter: www.klima.sachsen.de/klimaschulen-in-sachsen
