Hauptinhalt

#ZUKUNFTblog

Mehr als ein Start: Ausbildung und Aufstieg in Sachsen

Mehr als ein Start: Ausbildung und Aufstieg in Sachsen

Wer heute ins Berufsleben startet, hat viele Möglichkeiten und ebenso viele Fragen. Wie verändern Digitalisierung und Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt? Welche Berufe bieten Sicherheit und Entwicklungschancen? Antworten darauf lassen sich nicht nur in Studien finden, sondern vor allem dort, wo Ausbildung konkret stattfindet. Ein Besuch von Sachsen Wirtschaftsminister Dirk Panter bei zwei Einrichtungen in Leipzig zeigt, wie Ausbildung in Sachsen heute funktioniert und warum sie beste Perspektiven bietet.

Lernen für die Praxis: Ausbildung im Verbund

Erste Station ist das Zentrum für Aus- und Weiterbildung (ZAW), eine Gesellschaft der IHK zu Leipzig. Dort wird gelötet, programmiert und montiert, die Auszubildenden lernen hier Berufe in den Branchen Elektrotechnik, Metalltechnik oder Logistik. Das passiert im Verbund mit mehr als 120 Betrieben aus der Region, die mit dem ZAW zusammenarbeiten.

Für viele kleinere Betriebe ist dieses Modell entscheidend, denn damit können sie ihren Auszubildenden eine umfassende Ausbildung bieten – auch dann, wenn sie nicht alle Maschinen oder Spezialisierungen im eigenen Haus haben.

Wirtschaftsminister Dirk Panter nimmt sich Zeit für Gespräche mit Auszubildenden und Ausbildern. Es geht um ganz praktische Fragen: Was läuft gut? Wo hakt es? Und was braucht es, damit junge Menschen gern eine Ausbildung beginnen?

»Wer sich für eine berufliche Laufbahn entscheidet, soll in Sachsen die besten Bedingungen für Ausbildung und Aufstieg finden. Deshalb investieren wir gezielt in überbetriebliche Ausbildungsstätten. Gerade kleine und mittlere Unternehmen können häufig nicht alle Maschinen oder Fachgebiete für die gesamte Ausbildung vorhalten, hier sind die überbetrieblichen Angebote unverzichtbar«, so der Minister. Der Freistaat investiert deshalb gezielt in solche Lernorte. Rund 11 Millionen Euro fließen in die Modernisierung überbetrieblicher Berufsbildungsstätten.

Zentrum für Aus- und Weiterbildung (ZAW) in Leipzig

Karriere mit Perspektive: Meister werden lohnt sich!

Die zweite Station liegt nur wenige Kilometer entfernt: Elektro-Anlagenbau Rübner. Dort zeigt sich, wie Handwerk heute aussieht: Das Leipziger Familienunternehmen plant, errichtet, wartet und prüft elektrotechnische Anlagen im Stark- und Schwachstrombereich – von klassischen Installationen bis zu modernen Anwendungen für gewerbliche Kunden, öffentliche Einrichtungen und Forschungseinrichtungen. Dass der Betrieb seit Jahren ausbildet und dafür 2025 von der Arbeitsagentur Leipzig ausgezeichnet wurde, passt ins Bild. Im Betrieb arbeiten mehr als 80 Beschäftigte, viele von ihnen haben hier ihre Laufbahn begonnen. Im Gespräch mit jungen Meistern wird deutlich, wie durchlässig berufliche Wege heute sind: Ausbildung, Weiterbildung, Meisterabschluss – und oft auch der Schritt in Verantwortung oder Selbstständigkeit.

Minister Panter besucht gemeinsam mit Stephan Findeisen, Mitglied des Vorstands der Handwerkskammer Leipzig die Elektro-Anlagenbau Rübner GmbH & Co.KG in Leipzig.

»Meisterinnen und Meister sind für die sächsische Wirtschaft unverzichtbar. Sie gründen oder übernehmen Betriebe, schaffen Arbeitsplätze und sichern den eigenen Fachkräftenachwuchs über die duale Ausbildung«, so Minister Panter. Um den beruflichen Aufstieg attraktiver zu machen, wurde der Meisterbonus im Rahmen des »Zukunftspakets I« erhöht: Seit 2026 beträgt er 3.000 Euro statt bisher 2.000 Euro.

»Die Erhöhung des Meisterbonus in Sachsen ist ein wichtiges Signal für individuelle Qualifizierung und Aufbau echter Fachkompetenz. Wir merken einen deutlichen Zuwachs an Kollegen, die den Weg zum Meisterabschluss nun mit Förderung und Unterstützung bewusst wählen. Das freut uns als Unternehmen und ist gleichzeitig ein unverzichtbarer Beitrag zur Fachkräftesicherung der gesamten Region«, erklärt der Kaufmännische Geschäftsführer Benjamin Rübner.

Die höhere Qualifikation im Team bedeutet mehr Kompetenz in der Umsetzung komplexer Projekte und langfristig eine noch stärkere Wettbewerbsfähigkeit. Diese Entwicklung ist wichtig, denn viele Unternehmen stehen vor einem Generationswechsel: In den kommenden zehn Jahren stehen rund 19.000 Unternehmensübergaben im sächsischen Handwerk an. Gut ausgebildete Fachkräfte und Meisterinnen und Meister sichern also nicht nur ihre eigene Zukunft – sondern auch die vieler Unternehmen und damit Arbeitsplätze.

Gute Aussichten mit einer Berufsausbildung

Gleichzeitig bleibt die Herausforderung, genügend Nachwuchs zu gewinnen. Nach Angeben der Arbeitsagentur sind derzeit noch 8.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Chancen für junge Menschen sind damit so gut wie lange nicht: Wer sich für eine Ausbildung entscheidet, wird gebraucht – und hat vielfältige Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln.

Der Blick nach Leipzig zeigt: eine Berufsausbildung in Sachsen ist praxisnah, offen für neue Technologien und bietet echte Aufstiegschancen. Gerade in einer Arbeitswelt im Wandel bleibt sie ein verlässlicher Weg in eine sichere berufliche Zukunft.

Check: Handwerksberufe im KI-Zeitalter

Arbeitsplätze im Handwerk gelten als äußerst KI- und roboterresistent. Immerhin sind komplexe manuelle Tätigkeiten, individuelle Problemlösungen und viel Fingerspitzengefühl meist bei einem einzigen Projekt gefragt. Hinzu kommt, dass die meisten Kundinnen und Kunden den persönlichen Kontakt, die individuelle Beratung und das Vertrauensverhältnis zum Handwerker vor Ort schätzen und brauchen. Damit sind menschliche Fähigkeiten auf absehbare Zeit unersetzlich. Eine berufliche Ausbildung ist auch heute noch mehr als ein Einstieg – sie ist ein solides Fundament für viele Wege: vom Facharbeiter über den Meister bis hin zum eigenen Unternehmen.

Mehr zum Thema Ausbilung:

___

Bilder: SMWA | Ronald Bonss

zurück zum Seitenanfang