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#ZUKUNFTblog

Wirtschaftsminister Panter im Interview: »Innovation entsteht dort, wo Menschen an Zukunft glauben»

Wirtschaftsminister Panter im Interview: »Innovation entsteht dort, wo Menschen an Zukunft glauben»

Wie bleibt Sachsen auch in Zukunft ein starker Innovations- und Wirtschaftsstandort? Welche Rolle spielen Gründerinnen und Gründer, neue Technologien und pragmatische Politik dabei? Und warum braucht es gerade jetzt mehr Zuversicht und Mut zur Veränderung? Im Vorfeld der Sächsischen Innovationskonferenz 2026 spricht Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter im #ZUKUNFTblog-Interview über die Stärken des Innovationsstandortes Sachsen, die Dynamik der sächsischen Gründerszene, schnellere Wege für Unternehmensgründungen und die Bedeutung des Sächsischen Gründerpreises. Außerdem erklärt er, warum Sachsen für ihn ein »Land der Hoffnung und der Zuversicht« ist – und was das ganz konkret mit wirtschaftlicher Transformation zu tun hat.

Herr Minister Panter, Sachsen spricht derzeit viel über Innovation, Transformation und neue Technologien. Was macht den Innovations- und Gründungsstandort Sachsen aktuell aus?

Sachsen hat in den vergangenen Jahren eine enorme Entwicklung genommen. Wir sind heute einer der stärksten Industrie- und Technologiestandorte Europas – mit leistungsfähigem Mittelstand, exzellenter Forschung, international sichtbaren Halbleiter- und DeepTech-Kompetenzen und einer immer dynamischeren Start-up-Szene. Die Erweiterung von Infineon und die Ansiedlung von ESMC in Dresden, der Biotechnologie-Standort Sachsen sowie der hervorragende und ideenreiche sächsische Maschinenbau sind Motoren für Wachstum im Freistaat.

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter

Was Sachsen dabei besonders macht, ist die enge Verbindung zwischen Wissenschaft, Industrie und Unternehmertum. Ideen entstehen hier nicht im luftleeren Raum, sondern oft sehr nah an konkreten Anwendungen, Produktionsprozessen und gesellschaftlichen Herausforderungen – gerade unser Wasserstoffspezialist Sunfire ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Dieses Dresdner Unternehmen zählt zu den so genannten Unicorns: nicht-börsennotierte Start-ups, die mit einer Milliarde Euro oder mehr bewertet werden. Genau aus dieser besonderen sächsischen Mischung aus Innovationskultur und Aufbruchsgeist entsteht echte Innovation mit tiefer wirtschaftlicher Substanz.

Mir ist wichtig: Innovation ist kein Selbstzweck. Innovation schafft gute Arbeitsplätze, neue Wertschöpfung und wirtschaftliche Stabilität. Deshalb investieren wir gezielt in Gründungen, Technologietransfer, Zukunftstechnologien und die richtigen Rahmenbedingungen. Denn ein Hightech-Standort entsteht dort, wo verlässliche Rahmen, innovationsfreundliche formelle und informelle Institutionen und eine offene Kultur, die Neues zulässt, vorherrschen. Damit Talente sich entfalten können. Damit Wissen, Unternehmergeist und Kapital sich verdichten und Ideen zu Wertschöpfung werden.

Die Sächsische Innovationskonferenz gilt inzwischen als das zentrale Event der Innovationsszene im Freistaat. Was macht die Konferenz so besonders?

Weil dort nicht nur sichtbar wird, was Sachsen kann, sondern vor allem was auch Neues entstehen kann. 

Die Sächsische Innovationskonferenz bringt die gesamte Innovationsregion an einem Ort zusammen: Start-ups, Unternehmen, Wissenschaft, Investorinnen und Investoren, Transferakteure, junge Talente und Politik. Genau diese Vernetzung und Impulsgebung brauchen wir, wenn wir weiterhin wettbewerbsfähig sein wollen. Unsere Innovationsplattform futureSAX hat hier in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet, ein echtes Netzwerk aufgebaut und ein enorm wichtiges Aushängeschild für den Innovationsstandort Sachsen geschaffen.

Die Konferenz ist dabei weit mehr als eine klassische Fachveranstaltung. Sie ist Schaufenster, Netzwerkplattform und Zukunftslabor zugleich. Dort sieht man nicht nur Ideen auf Folien, sondern konkrete Technologien, Produkte und Geschäftsmodelle »made in Saxony«. Besonders wichtig finde ich auch: Die Konferenz bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen. Industrie trifft Start-up. Forschung trifft Mittelstand. Junge Gründerinnen und Gründer treffen erfahrene Unternehmen. Daraus entstehen oft genau die Kooperationen, die später Innovationen erfolgreich machen. Besonders freut mich, dass dieses Jahr auch wieder Vertreter der Bundesregierung sowie Partner aus anderen Regionen wie Bayern und Niedersachsen, aber auch aus Polen und Estland teilnehmen werden. 

Mit der Initiative »Gründen in 24 Stunden« will Sachsen Unternehmensgründungen deutlich beschleunigen. Was steckt dahinter?

Die Botschaft ist eigentlich ganz einfach: Wer gründen will, soll loslegen können – und nicht wochenlang Formulare ausfüllen müssen. Wir wissen, dass bürokratische Prozesse gerade für Gründerinnen und Gründer oft eine echte Hürde sind. Deshalb treiben wir gemeinsam mit dem Bund digitale und deutlich schnellere Gründungsverfahren voran. Dresden ist jetzt Teil des Pilotprojekts »Schneller Gründen«. Perspektivisch sollen Unternehmensgründungen innerhalb von 24 Stunden möglich werden. Das ist ein ganz konkreter Beitrag zu mehr Pragmatismus und weniger Bürokratie. Der Staat darf Menschen mit Ideen nicht ausbremsen. Unser Anspruch ist: einfacher, schneller, digitaler. Mit anderen Worten: Idee heute, Gründung morgen.

Sächsische Innovationskonferenz 2025, Bild: mio motion | futuresx

Ein Höhepunkt der Innovationskonferenz ist auch die Verleihung des Sächsischen Gründerpreises. Warum ist dieser Preis so wichtig?

Weil er sichtbar macht, wie viel Innovationskraft und Unternehmergeist in Sachsen steckt. Der Sächsische Gründerpreis zeichnet Menschen aus, die Verantwortung übernehmen, Risiken eingehen und aus Ideen konkrete Unternehmen machen. Genau solche Persönlichkeiten braucht ein wirtschaftlich starkes Sachsen. Dabei geht es nicht nur um einzelne Erfolgsgeschichten. Der Preis sendet auch ein Signal: Gründen lohnt sich. Unternehmertum ist etwas Positives. Und Sachsen ist ein Land, in dem gute Ideen wachsen können. Ich finde wichtig, dass wir Gründerinnen und Gründer stärker als Gestalterinnen und Gestalter unserer wirtschaftlichen Zukunft wahrnehmen – nicht nur in den Großstädten, sondern in allen Regionen Sachsens. Darüber hinaus hilft oft schon die Nominierung, um von Kapitalgebern, die für die weitere Entwicklung wichtig sind, wahrgenommen zu werden.

Sachsen steht wirtschaftlich vor großen Veränderungen – gleichzeitig sprechen Sie oft über Zuversicht und Zukunftschancen. Woher nehmen Sie diesen Optimismus?

Wir erleben gerade eine wirtschaftlich und gesellschaftlich anspruchsvolle Zeit. Viele Unternehmen stehen unter Druck, gerade auch in den seit jeher industriell geprägten Regionen wie Südwestsachsen. Die Transformation der Automobilindustrie, steigende Kosten, internationale Konkurrenz oder der Fachkräftemangel sorgen bei vielen Menschen für Unsicherheit. Das dürfen wir nicht kleinreden.

Wir müssen Herausforderungen klar benennen und pragmatisch an Lösungen arbeiten. Gleichzeitig sehe ich in Sachsen unglaublich viel Kompetenz, Ideenreichtum und Gestaltungswillen. Das erlebe ich besonders stark in der Gründungs- und Innovationsszene. Dort gibt es eine enorme Lust, Dinge anzupacken, Technologien weiterzuentwickeln und Zukunft aktiv mitzugestalten.

Genau diese Haltung brauchen wir gerade: nicht Stillstand oder Dauerpessimismus, sondern den Mut, Neues möglich zu machen. Sachsen hat starke industrielle Kerne, exzellente Forschung, kreative Köpfe und viele Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen. Darauf können wir aufbauen. Ich möchte, dass Sachsen als ein Land wahrgenommen wird, das Herausforderungen ernst nimmt – aber trotzdem an seine eigenen Stärken glaubt. Denn hier wird schon an den Lösungen von heute und morgen gearbeitet.


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