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Sachsen forciert Raumfahrtökosystem »Space Saxony« und nachhaltige Flugzeugtechnologien

Sachsen forciert Raumfahrtökosystem »Space Saxony« und nachhaltige Flugzeugtechnologien

18 Unternehmen und Institute aus Sachsen präsentieren sich vom 10. bis 12. Juni auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA in Berlin. Die meisten von ihnen stellen ihre innovativen Produkte und Projekte am SACHSEN!-Gemeinschaftsstand vor, welcher von der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH im Auftrag des SMWA organisiert. Die Luft- und Raumfahrtbranche, in der im Freistaat rund 160 Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit mehr als 7.000 Mitarbeitern etwa 1,4 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften, besitzt für die technologische Souveränität Europas eine strategische Bedeutung.

Sachsen ist ein wichtiges und international anerkanntes Kompetenzzentrum der deutschen Luft‐ und Raumfahrtindustrie. Die überwiegend mittelständisch strukturierte Zuliefererlandschaft ist zuverlässiger Partner der großen Flugzeughersteller und an internationalen Großprojekten wie dem Ariane-Programm der ESA beteiligt. Über besondere Kompetenzen verfügen sächsische Unternehmen auf den Gebieten Flugzeugumrüstung und -wartung, Werkstoff- und Materialentwicklung (insbesondere Leichtbau), Raumfahrt-Elektronik und Kommunikationssysteme, Prüf- und Sensortechnik, Antriebe für Raumfahrt und elektrisches Fliegen, Anlagen für Sustainable Air Fuel (SAF), Astrophysik und Geodatenaufbereitung.

ILA Berlin: Sächsische Teilnehmer auf einen Blick

Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA Berlin ist die Fach- und Konferenzmesse für die Aerospace-Industrie und eine populäre Publikumsmesse. In diesem Jahr werden über 750 Aussteller – vom globalen OEM bis zum hochspezialisierten Zulieferer – aus 37 Ländern erwartet. Folgende Unternehmen stellen sich am SACHSEN!-Gemeinschaftsstand (Halle A, Stand 230) vor:

  • 4Source electronics AG, Dresden
  • ADZ Nagano GmbH, Ottendorf-Okrilla
  • Cotesa GmbH, Mittweida,
  • enabling connections GmbH, Radeberg,
  • Kompetenzzentrum Luft- und Raumfahrttechnik Sachsen/Thüringen e.V., Dresden,
  • Nehlsen-BWB Flugzeuge Galvanik Dresden GmbH & Co.KG,
  • PMG – Precision Mechanics Group GmbH, Wilsdruff,
  • Genau Industries GmbH & Co. KG, Meerane,
  • rmw Kabelsysteme GmbH, Crossen a.d. Elster und
  • SUSA S. Sauer GmbH & Co. KG, Heidenau.

Darüber hinaus sind folgende weitere Unternehmen mit eigenen Ständen auf der Messe ILA:

  • Additive Drives GmbH, Dresden
  • DEFAINE GmbH, Chemnitz,
  • Deutsche Aircraft GmbH (in Sachsen mit der Deutsche Aircraft Leipzig GmbH), Wessling,
  • Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS, Dresden,
  • General Atomics AeroTec Systems GmbH (ein Unternehmen der Atomics Europe GmbH, Dresden), Gauting
  • OHB SE (in Sachsen mit der OHB Vogtland GmbH), Bremen,
  • Qpoint Composite GmbH, Dresden und
  • Smart Material GmbH, Dresden

WFS-Geschäftsführer Thomas Horn erklärt: »Die Bedeutung der Luft- und Raumfahrt in Sachsen wächst – auch durch die zunehmende Verknüpfung mit der Defence-Branche. Das hat sich zuletzt bei der Übernahme des TechniSat-Werks in Schöneck durch das Raumfahrtunternehmen OHB gezeigt, die das langjährige Know-How der Mitarbeiter in der Serien-Elektronikproduktion überzeugt hat. Zudem bekommt der Raumfahrtstandort durch das geplante Satelliten-Projekt SAXON-1 mehr Sichtbarkeit. Außerdem wird in Sachsen von der Deutsche Aircraft GmbH erstmals wieder ein in Deutschland entwickeltes Flugzeug gebaut, das vielseitig einsetzbar ist. Die Aussteller positionieren sich damit in einem hochinnovativen Umfeld und haben hervorragende Chancen, neue Kunden und Geschäftspartner zu gewinnen. Die ILA Berlin bietet dafür wieder die ideale Plattform.«

Torsten Freudenberg, Geschäftsführer der PMG – Precision Mechanics Group GmbH, erläutert, was sich sein Unternehmen von der Messeteilnahme verspricht: »Wir freuen uns sehr, auch in diesem Jahr wieder am Stand der sächsischen Firmen und der Wirtschaftsförderung Sachsen vertreten zu sein. Die Messe bietet uns gemeinsam mit der WFS eine hervorragende Plattform, um bestehende Kontakte zu pflegen und neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen. Besonders schätzen wir die fachliche Atmosphäre, das hohe Know-how der Aussteller und Besucher sowie den direkten Austausch innerhalb der Branche. Für die PMG Precision Mechanics Group GmbH ist die ILA ein wichtiger Treffpunkt, um Impulse für künftige Projekte mitzunehmen. Daher blicken wir mit großer Erwartung auf die Messetage und die Gespräche vor Ort.«

Per Saxonia ad astra – Mit Sachsen zu den Sternen: Freistaat treibt eigenes Raumfahrtökosystem »Space Saxony« voran

Die Raumfahrt gehört zu den Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Sachsen verfügt als größter Halbleiterstandort Europas bereits heute über herausragende Kompetenzen in der Mikroelektronik, der Chipentwicklung, der Signalverarbeitung sowie in den vielfältigen Anwendungen moderner Hochtechnologien. Der Freistaat bringt damit zentrale technologische Bausteine wie sichere Kommunikation und Navigation, Datenverarbeitung und Datenübertragung im Orbit für leistungsfähige Weltraumsysteme mit. Gleichzeitig entwickeln sich junge, innovative Unternehmen gemeinsam mit starken Forschungseinrichtungen und etablierten Industriebetrieben zu einem leistungsfähigen Raumfahrtökosystem mit wachsender nationaler und internationaler Sichtbarkeit.

»Technologische Souveränität gelingt nur mit dem Aufbau und der Stärkung eigener Fähigkeiten. Sachsen besitzt dafür mit der Mikroelektronik, langjähriger industrieller Expertise, Forschungskraft und innovativen Unternehmen starke Voraussetzungen. Mit unserem Raumfahrtkonzept verbinden wir vorhandene Stärken und entwickeln sie strategisch weiter. Sachsen soll ein führender Standort für Weltraumtechnologien werden.«

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter

Für Sachsen sprechen neben den Halbleiterkompetenzen weitere raumfahrtrelevante Alleinstellungsmerkmale. Dazu zählen die industrielle Vielfalt mit starker Zulieferbasis (Fahrzeug-, Maschinen-, Elektro- und Metalltechnik, chemische Industrie), etablierte Cluster (AMZ, VEMAS), eine exzellente Forschungslandschaft (TU Dresden als einzige Exzellenzuniversität in den neuen Bundesländern), wachsende Innovationsfelder (Drohnen, Robotik, Wasserstoff, Life Sciences, Green Tech), die strategische Lage als logistisches Drehkreuz an der NATO-Ostflanke und hervorragend ausgebildete Fachkräfte.

Die Luft- und Raumfahrt ist eines von fünf strategischen Forschungsfeldern, die der Bund in seiner »High Tech Agenda Deutschland« definiert hat. »Die Hightech-Strategie ist ein gemeinsames Zukunftsversprechen. Sachsen ist bereit, dieses Versprechen einzulösen – mit Know-how, industrieller Kraft und klarer Innovationsagenda«, so Wirtschaftsminister Dirk Panter. Kompetenzen aus industriellen Kernbranchen wie der Automobil- und Halbleiterindustrie – u. a. Serienfertigung, Qualitätsmanagement, Prozessstabilität, Elektronik, Software-Integration – sind geeignet, um sie auf Raumfahrtanwendungen zu übertragen. Im Fokus des Freistaates stehen unter anderem industrialisierte Satellitenfertigung, sichere Kommunikationssysteme und resiliente Netze sowie Sauerstoff- und Metallgewinnung aus extraterrestrischem Material.

Dirk Panter weiter: »Unsere Vision ist, Space Saxony als ein industriepolitisches Fundament für die europäische Raumfahrt zu etablieren. Durch die kluge Verbindung von wissenschaftlicher Exzellenz, industrieller Qualität und hoher Agilität kann der Freistaat dazu beitragen, die europäische Raumfahrt resilienter, technologisch souveräner und moderne aufzustellen. Wir sind bereit, kritische Schlüsseltechnologien zu liefern und neue Geschäftschancen zu verwirklichen.«

Der Freistaat ist einer der Top-Standorte in Europa für langfristiges Engagement von Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Dirk Panter betont: »Großprojekte wie die Ansiedlung von ESMC, des Deutschen Zentrums für Astrophysik, der Ausbau von Infineon und Globalfoundries, die Ansiedlung von OHB in Schöneck/Vogtland oder die Erweiterung des Bundeswehr-Beschaffungsamts BAAINBw in Dresden zeigen: In Sachsen funktioniert das Zusammenspiel von Behörden, Verwaltung und Industrie schnell, effizient und pragmatisch.«

Sachsen, Brandenburg und EU-Netzwerk Clean Aviation bündeln Know-how für nachhaltige Flugzeugtechnologien

Von links nach rechts: Wirtschaftsstaatssekretär Sebastian Scheel (Sachsen), Axel Krein (Geschäftsführer Clean Aviation), Wirtschaftsstaatssekretär Hendrik Fischer (Brandenburg) | Bildrechte: Clean Aviation

Zum Start der ILA Berlin haben der Freistaat Sachsen, das Land Brandenburg und das europäische Programm »Clean Aviation Joint Undertaking« am 10. Juni eine gemeinsame Absichtserklärung zur künftigen, strategischen Zusammenarbeit bei der Entwicklung nachhaltiger Flugzeugtechnologien unterzeichnet. Das Memorandum of Cooperation (MoC) hebt die bereits bestehende Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik in der Region auf die europäische Ebene.

»Mit der gemeinsamen Absichtserklärung geben wir Unternehmen und Forschungseinrichtungen Rückenwind. Denn die Luftfahrt ist ein internationales Geschäft, in das viel Vertrauen und Zeit investiert werden muss, um langfristig erfolgreich zu sein. Nun gilt es, der Erklärung konkrete Vorhaben folgen zu lassen. Unsere Strukturwandelregionen mit gut ausgebildeten Fachkräften und den im Aufbau befindlichen Forschungs- und Industriezentren bieten dafür ideale Voraussetzungen.«

Sebastian Scheel, Staatssekretär für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz im Freistaat Sachsen

Ziel der Zusammenarbeit ist es, zukünftig gemeinsam an neuen Technologien für eine effizientere und saubere Luftfahrt zu arbeiten. Hierfür werden regionale und europäische Expertise gebündelt. Dabei kommt der Lausitz eine besondere Bedeutung zu. In der Region wurden bereits bedeutende Investitionen getätigt: u.a. AERO-Lausitz (Forschungs- und Flugerprobungszentrum für autonomes und elektrisches Fliegen), CircEcon (Forschungszentrum für treibhausgasneutrale Kreislaufwirtschaft), chesco (Zentrum zur Erforschung hybrid-elektrischer und elektrischer Systeme für den Mobilitätssektor), PtX Lab (Praxislabor für strombasierte Kraft- und Grundstoffe aus grünem Wasserstoff) oder das Smart Mobility Lab (Forschungszentrum für automatisiertes Fahren und Fliegen). Diese Projekte erforschen auf verschiedenen Gebieten künftige Luftfahrttechnologien und setzen neue Impulse. Das Memorandum of Cooperationist damit ein wichtiger Schritt, um die Transformation der Lausitz zu unterstützen und diese als europäischen Innovationsstandort für klimafreundliche Luftfahrttechnologien zu stärken.

Das Clean Aviation Joint Undertaking ist das führende Forschungs- und Innovationsprogramm für die Luftfahrt der Europäischen Union. Ziel ist es, die Transformation der Luftfahrt hin zu einer nachhaltigen und klimaneutralen Zukunft zu beschleunigen und zu unterstützen. Die im Rahmen des Programms entwickelten Technologien sollen dazu beitragen, die CO₂-Emissionen von Kurz- und Mittelstrecken- sowie Regionalflugzeugen im kommenden Jahrzehnt um 30 Prozent zu senken.

Das Clean Aviation Joint Undertaking arbeitet mit der Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit (EASA) zusammen und schafft Synergien mit anderen komplementären Partnerschaften, wie dem Clean Hydrogen Partnership, sowie mit anderen EU-Förderinstrumenten (z. B. dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung) und nationalen und regionalen Innovationsprogrammen.

Axel Krein, Geschäftsführer von Clean Aviation, betont: »Viele Luftfahrtunternehmen und Forschungseinrichtungen mit Sitz in Brandenburg und Sachsen sind Vorreiter bei Innovationen im Bereich sauberer Technologien. Sie tragen wesentlich zur Konzeption, Entwicklung und Produktion einer neuen Generation umweltfreundlicher und weltweit wettbewerbsfähiger Flugzeuge bei. Wir bei Clean Aviation begrüßen daher das Memorandum und freuen uns sehr, unsere Zusammenarbeit mit dieser europäischen High-Tech-Region auf eine neue Ebene zu heben. Auf diese Weise können wir regionales und europäisches Fachwissen, Kompetenzen und Ressourcen bündeln, um die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit des europäischen Luftverkehrssektors zu stärken.«


Foto oben: Pixabay

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