Die Auerhammer Metallwerk GmbH aus Aue-Bad Schlema (Erzgebirgskreis) ist ein führender Anbieter von kaltgewalzten metallischen Hochleistungswerkstoffen. Zum Sortiment gehören mehrlagige plattierte Metallbänder mit der Sonderform Thermobimetalle, einlagige Metallbänder aus Sonderwerkstoffen, wie Nickel oder Titan sowie metallische Folien. Unter anderem können ultradünne Metallfolien mit Stärken bis zu 0,002 Millimeter gewalzt werden. In diesem Jahr feiert das Unternehmen sein 500-jähriges Bestehen. Wie sich das Traditionsunternehmen auf internationalen Märkten behauptet und welche Herausforderungen es dabei zu meistern gilt, erläutert Geschäftsführer Dr. Robert Krumbach. Er war einer der Teilnehmer am Außenwirtschaftstag Sachsen im 16. April in Chemnitz.
Seit wann und auf welchen internationalen Märkten sind Sie unterwegs?
Wir sind bereits seit mehreren Jahrzenten international tätig, wobei unsere Hauptmärkte in Europa, Asien und den USA liegen. Unser Unternehmen erzielt rund 60 Prozent seines Umsatzes durch den Export und ist somit stark international ausgerichtet.
Wie schätzen Sie das Potenzial des europäischen Marktes für Ihr Unternehmen und für die Branche insgesamt ein?
Das ist mit Blick auf die Konjunktur und die wachsende Konkurrenz schwer zu spezifizieren. Dennoch sehen wir aufgrund der aktuellen Entwicklungen, insbesondere der De-Globalisierung, ein generell wachsendes Interesse an regionalen Lösungen. Europa wird in diesem Kontext eine zunehmend bedeutendere Rolle spielen – sowohl für unser Unternehmen als auch für die Branche insgesamt. Mittelfristig rechnen wir mit Wachstum besonders in den Zukunftsmärkten, wie der Medizintechnik, Batterie, der Wasserstofferzeugung und -speicherung oder auch der Verteidigungsindustrie.

Worin sehen Sie aktuell besondere Herausforderungen bei Internationalisierungsaktivitäten?
Die größte Herausforderung besteht aktuell darin, die globalen Entwicklungen fundiert einzuschätzen. Handelskonflikte, Zölle, geopolitische Spannungen und unterschiedliche Wachstumsperspektiven der Länder erschweren die Planung. Wichtig ist es, sich auf den richtigen Wachstumsmarkt zu fokussieren und die extremen Wachstumsschwankungen zu berücksichtigen. Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Anpassung unserer Abläufe und Prozesse an die spezifischen Marktanforderungen, um ein hohes Maß an Agilität und Flexibilität sicherzustellen. Aufgrund der teilweise gravierenden Veränderungen an den internationalen Märkten bzw. den daraus resultierenden Bedürfnissen unserer Kunden sind wir aufgefordert, uns intern immer wieder so aufzustellen, dass wir den Anforderungen gewachsen sind. Das ist eine echte Aufgabe.
Was empfehlen Sie Exporteinsteigern?
Zunächst sollte man den Zielmarkt gründlich analysieren. Dazu gehören Informationen über die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, kulturelle Besonderheiten sowie Handelsgepflogenheiten. Kontakte zu Auslandshandelskammern (AHK) oder Messe- und Konferenzbesuche können dabei wertvolle Einblicke liefern. Mein Tipp: Klein anfangen, das Potenzial schrittweise ausbauen und so das Risiko minimieren.
Stichwort Messebesuche: Als Aussteller waren Sie mit auf dem ersten Gemeinschaftsstand SACHSEN! auf der Kazakhstan Machinery Fair in Astana. Wie sind Ihre Erfahrungen?
Kasachstan transformiert gerade von einer rohstoffbasierten Wirtschaft zu einem der am schnellsten wachsenden Tech-Hubs weltweit. Dieses fast beispielslose Wachstum wird auf höchster politischer Ebene unterstützt und setzt auf die Themen Technologie und KI. Zudem ist Kasachstan ein Tor zum mittleren Osten, wo ein ebensolches rasantes Wachstum zu verzeichnen ist. Wir sehen auf diesen Märkten ein hohes Potential. Auch wenn die Messe nicht unmittelbar den gewünschten Erfolg brachte, haben wir wertvolle Impulse für unsere mittelfristige strategische Ausrichtung erhalten.
Sie haben an der Geschäftsanbahnungsreise der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH in die Schweiz teilgenommen, die sich auf Wasserstoff- und Batterietechnologien konzentrierte. Was bringen solche Reisen aus Ihrer Sicht?
Diese Reisen bieten einen klaren Mehrwert. Sie ermöglichen es, in kompakten Formaten mit potenziellen Geschäftspartnern in Kontakt zu treten – etwas, das sonst mit erheblichem Planungsaufwand verbunden wäre. Zudem erhält man fundierte Einblicke in die wirtschaftliche Lage und Stimmung des Zielmarktes. Nicht zu unterschätzen sind auch die Kontakte zu anderen Teilnehmern. Die Reisen sind gut organisiert, kosteneffizient und bieten eine hervorragende Plattform für Networking. Aus meiner Sicht sind sie in jedem Fall lohnenswert.
Die Fragen stellte Sandra Lange für die »Außenwirtschafts-Nachrichten« (Ausgabe 4/2025). Die Veröffentlichung im #ZUKUNFTblog erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH.
Außenwirtschaftstag Sachsen 2026 in Chemnitz:
»Vom Umbruch zum Aufbruch«




Die Weltwirtschaft befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Doch in dieser Situation eröffnen sich auch Perspektiven – auf attraktive Märkte, innovative Geschäftsmodelle und eine Neuausrichtung im Auslandsgeschäft. Den Chancen des Außenhandels widmete sich am 16. April der diesjährige »Außenwirtschaftstag Sachsen« unter dem Motto »Vom Umbruch zum Aufbruch« in Chemnitz. Die Spitzenvertreter der Außenwirtschaftsinitiative Sachsen (AWIS) haben sich dort zum »Spitzengespräch Außenwirtschaft« getroffen und sich zu den aktuellen Herausforderungen und der außenwirtschaftlichen Jahresplanung 2026 verständigt.
- Mit mehr als 100 Unterstützungsangeboten für über 30 Länder unterstützt die AWIS die sächsischen Unternehmen in diesem Jahr bei ihren internationalen Aktivitäten.
- Im ersten Quartal 2026 beteiligte sich der Freistaat mit Gemeinschaftsständen an der International CES in Las Vegas (Technologie), Christmasworld in Frankfurt (Dekoration/Festschmuck), World Health Expo in Dubai (Medizintechnik) und JEC Composites World in Paris (Verbundwerkstoffe). Im Jahresverlauf folgen Teilnahmen an den internationalen Leitmessen ILA (Luftfahrt) und InnoTrans (Verkehrstechnik) in Berlin, IFAT (Umwelttechnologie) und The smarter E Europe (Energiewirtschaft) in München, PLMA (Handelsmarken) in Amsterdam, gamescom in Köln (Computer- und Videospiele), Smart City Expo World Congress in Barcelona (Lebensqualität in Städten), GITEX GLOBAL in Dubai (Computer-, Informations- und Kommunikationstechnik), SEMICON Japan in Tokio (Mikroelektronik) sowie erstmals an der MSPO in Kielce/Polen (Sicherheits- und Verteidigungsindustrie).
- Nach seinem Frankreich-Aufenthalt im März 2026 plant Wirtschaftsminister Dirk Panter im zweiten Halbjahr weitere Delegationsreisen. Im Anschluss an einen Besuch der Halbleitermesse SEMICON Taiwan in Taipeh beabsichtigt er im September eine Reise mit Unternehmensbesuchen und politischen Gesprächen in Vietnam. Im Zentrum der ministergeführten Vietnam-Reise stehen insbesondere Fragen der Wasserwirtschaft, der ressourceneffizienten Infrastruktur sowie der technischen Kooperation im Bereich Bahntechnik. Mitte Oktober ist eine Reise nach Zentralasien (Usbekistan, Kasachstan) geplant; dort wird auch der Fachkräftegewinnung eine wichtige Rolle zukommen. Die Stärkung und Ausweitung außenwirtschaftlicher Beziehungen zu weiteren Partnern in Asien ist notwendig, um die Abhängigkeit vom chinesischen Markt zu verringern.

Wirtschaftsminister Dirk Panter betont: »Ein neuer Nationalismus und ein vermeintliches Recht des Stärkeren bedrohen die verlässlichen, freien Märkte. Wo andere Schranken und Mauern errichten, wollen wir Brücken bauen. Gelebte Außenwirtschaft und internationale Vernetzung statt Abschottung sind unverzichtbar für den Erfolg sächsischer Unternehmen. Wer seine Handelsbeziehungen jetzt weiter diversifiziert, ist künftig krisenfester und damit stärker im Wettbewerb aufgestellt. Die Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten, Indien, Australien, Mexiko und Indonesien sind der richtige Weg. Allein schon mit dem EU-Indien-Abkommen erhalten europäische Unternehmen einen enorm privilegierten Zugang zur gegenwärtig fünftgrößten Volkswirtschaft der Welt. Das sollten wir auch in Sachsen nutzen!«
Sachsens Außenhandelsbilanz 2025
Die sächsischen Exporte bewegen sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Sie haben 2025 zum dritten Mal mehr als 50 Milliarden Euro Warenwert erzielt. Die sächsischen Unternehmen lieferten Waren im Wert von rund 50,6 Mrd. Euro ins Ausland. Das waren 1,1 Prozent weniger als im Vorjahr, aber fast 26 Prozent mehr als vor der Pandemie (2019).
Die Europäische Union blieb mit einem Anteil von 47,8 Prozent Sachsens wichtigster Handelspartner. Die Ausfuhren in die EU-Länder umfassten ein Volumen von 24,2 Mrd. Euro – fünf Prozent mehr als 2024.
Im Länder-Ranking belegen die USA (4,8 Mrd. Euro, -6 %), China (4,5 Mrd. Euro, -26 %) und Großbritannien (4,2 Mrd. Euro, -1 %) die vorderen drei Plätze. Dahinter folgen die Nachbarländer Tschechien (3,1 Mrd. Euro, +4 %) und Polen (2,99 Mrd. Euro, +7 %). Auch die auf den Plätzen sechs bis zehn liegenden europäischen Exportmärkte verzeichnen Zuwächse: Frankreich (2,97 Mrd. Euro, +10 %), Italien (2,3 Mrd. Euro, +13 %), Spanien (1,96 Mrd. Euro, +17 %), die Schweiz (1,9 Mrd. Euro, +15 %) und die Niederlande (1,8 Mrd. Euro, +3 %).
Bei den Einfuhren verzeichnete Sachsen mit einem Warenwert von fast 39 Mrd. Euro einen neuen Höchstwert. Die Haupterzeugnisse im Export und Import waren Produkte des Kraftfahrzeugbaus, Maschinenbaus und der Elektrotechnik.
