Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter hat sich am 22. August 2025 gemeinsam mit Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung und technischer Leiter der LMBV, sowie Torsten Safarik, kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV, im Rahmen einer Befahrung am Seelhausener See und am Schladitzer See über aktuelle und künftige Sanierungsmaßnahmen informiert.
Der Termin stand im Zeichen der berg- und wasserrechtlichen Aufgaben des Bergbausanierers. Im Fokus standen die Einbindung des Lober-Leine-Kanals in den See sowie die geplante Gewässerverbindung zum Großen Goitzschesee. Beide Maßnahmen unterliegen derzeit wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahren. Zugleich wurde der Stand der Vorbereitungen zur touristischen Nachnutzung im Bereich Löbnitz besichtigt.
Der See entstand nach der Einstellung des Kohleabbaus durch die Flutung eines Tagebaurestlochs mit Wasser aus der Mulde ab dem Jahr 2000. Dieses Restloch war durch die Erweiterung des Tagebaus Goitsche/Baufeld Rösa entstanden. Der ursprünglich dort verlaufende Lober-Leine-Kanal wurde im Zuge der Tagebauentwicklungen zweimal umverlegt und in den 1980er Jahren künstlich abgedichtet – ohne Grundwasseranschluss.


Die Region war in den Jahren 2002 und 2013 stark von den Jahrhundertfluten der Mulde betroffen, die auch das Sanierungsgebiet erheblich in Mitleidenschaft zogen. Während die bergrechtliche Sanierung heute weitgehend abgeschlossen ist, konzentriert sich die LMBV nun auf die wasserrechtliche Neuordnung von Zulauf und Ablauf des Sees. Mit der Rückführung des Kanals und der geplanten Anbindung an die Goitzsche entsteht eine der größten Fließgewässermaßnahmen im Zusammenhang mit der Braunkohlesanierung in Mitteldeutschland.
Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) ist seit 1995 für die Sanierung ehemaliger Braunkohlereviere in Ostdeutschland zuständig. Mit rund 700 Mitarbeitenden gestaltet sie den Wandel von Bergbaufolgelandschaften in lebenswerte Natur- und Erholungsräume.
Die Maßnahmen am Seelhausener See sind Teil des Verwaltungsabkommens VII (2023–2027), das mit einem Finanzvolumen von rund 1,44 Milliarden Euro vom Bund und den beteiligten Ländern getragen wird. Ab 2025 beginnen die Verhandlungen über eine Fortsetzung des Abkommens ab 2028.

Wirtschaftsminister Dirk Panter betonte die Bedeutung der langfristigen Arbeit:
»Die Arbeit der LMBV zeigt sehr anschaulich, dass die Aufgaben nach dem Braunkohlebergbau noch lange nicht abgeschlossen sind. Es geht um sichere Renaturierung, um Planung und große Investitionen – und am Ende darum, aus Bergbaufolgelandschaften lebenswerte Seen- und Erholungsgebiete zu schaffen. Dafür braucht es eine enge Zusammenarbeit der Länder und eine verlässliche Finanzierung, damit wir die Prioritäten in den Revieren Schritt für Schritt umsetzen können.«
Mit der Weiterentwicklung des Seelhausener Sees wird ein wichtiges Kapitel der mitteldeutschen Braunkohlesanierung aufgeschlagen – ein Beitrag sowohl für den Umweltschutz als auch für die Zukunftsfähigkeit der Region.

