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Autos, Radfahrer, Fußgänger – Wem gehört die Stadt und wie gelingt ein sicheres Miteinander?

Autos, Radfahrer, Fußgänger – Wem gehört die Stadt und wie gelingt ein sicheres Miteinander?

Mehr Verkehrssicherheit und Vision Zero sind die Ziele des SMWA im Straßenverkehr. Wie gelingt ein sicheres und respektvolles Miteinander von Fußgängern, Autos und Radfahrern im Straßenverkehr? Diese Frage diskutiert Sachsens Verkehrsminister in der neuen Folge »Martin Dulig | Konkret« mit Expertinnen und Experten aus Sachsen im Rahmen des Sächsischen Verkehrssicherheitstages auf dem Dach der Boxengasse am Sachsenring.

Ob zu Fuß, per Fahrrad, Motorrad oder mit dem Auto – Sachsens Verkehrsministerium setzt auf eine sichere und nachhaltige Mobilität. Das Ziel ist Vision Zero. Das heißt, die Anzahl der Getöteten und Schwerverletzten im Straßenverkehr auf null zu reduzieren. Ein ambitioniertes Vorhaben, das viele Maßnahmen und Akteure braucht. Autos, Fahrräder, E-Roller und Fußgänger brauchen Platz. Die Meter sind begrenzt, doch die Verkehrsmengen haben zugenommen. Das führt zu einer immer stärkeren Flächenkonkurrenz im Straßenraum. Es gibt Lösungsansätze, aber keine Blaupause, die sich von Stadt zu Stadt, von Region zu Region, übertragen lässt.

Wie gelingt ein Miteinander von Fußgängern, Autos und Radfahrern? Wie sicher oder unsicher ist es tatsächlich im Straßenverkehr? Reichen die Maßnahmen aus dem Verkehrssicherheitsprogramm noch aus? Wo setzt das Bundesland Sachsen im Bereich Mobilität und Verkehr Schwerpunkte und warum? Diese und mehr Fragen diskutiert der sächsische Verkehrsminister Martin Dulig in der Sendung »Martin Dulig I Konkret« mit Dorothee Obst, Bürgermeisterin der Stadt Kirchberg, Polizeipräsident Dirk Lichtenberger, Leiter der Polizeidirektion Zwickau, Helmut Büschke, Vorstandsmitglied für Technik und Verkehr, ADAC Sachsen und Frank Kutzner, Geschäftsführer Wegebund – Arbeitsgemeinschaft sächsischer Kommunen zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs e. V..

Verkehrsminister Martin Dulig: »Verkehrssicherheit und Vernunft retten Leben. Vision Zero funktioniert nur, wenn wir neben technischen Entwicklungen auch auf unser eigenes Verhalten setzen. Wir dürfen nicht verantwortungslos werden. Deshalb sind Prävention und Bildung ein wichtiger Schlüssel. Im Bereich der Infrastruktur gibt es noch großen Nachholbedarf, weil zu lange aus der Sicht der Windschutzscheibe geplant wurde. Die Belange der Fußgänger und Radfahrer wurden zu wenig berücksichtigt. Hier ist ein Kulturwandel notwendig. Auch die gesetzlichen Regelungen beziehen sich oft nur auf den fließenden Verkehr. Die Verkehrsminister der Länder arbeiten gemeinsam mit dem Bund daran, dies Schritt für Schritt zu ändern. Auch Tempolimits können zu mehr Verkehrssicherheit beitragen. Hier sollten vor allem die Kommunen selbst entscheiden können, wo Tempolimits notwendig sind. Verkehrssicherheitsarbeit ist und bleibt eine Daueraufgabe.«

Dirk Lichtenberger, Leiter der Polizeidirektion Zwickau: »Aus polizeilicher Erfahrung kann ich sagen, dass sich die Mehrheit der Verkehrsteilnehmenden sicher fühlt. Dennoch steigen die Unfallzahlen nach Rücknahme der Corona-Maßnahmen wieder an, weil auch die Mobilität wieder zugenommen hat. Hier spielen aber auch neue Faktoren eine Rolle. Zum Beispiel die steigende Zahl von E-Bikes, die insbesondere auch von älteren Menschen genutzt werden, und von E-Scootern in den Städten. All diese Faktoren müssen in die Verkehrssicherheitsstrategien einbezogen werden, um angemessen darauf reagieren zu können. An erster Stelle steht aber nach wie vor der Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung – die gegenseitige Rücksichtnahme.«

Helmut Büschke, Vorstandsmitglied für Technik und Verkehr, ADAC Sachsen: »Die Flächenkonkurrenz im Straßenverkehr hat zugenommen und Radfahren ist im Trend. Wir befürworten jedoch keine radikalen Änderungen, die Bürgerinnen und Bürger und die Verkehrsteilnehmer müssen mitgenommen werden. Die Lösungen müssen für alle passen und akzeptiert werden. Wir sind gegen Verbotspolitik. Es braucht die freiwillige Einhaltung der Verkehrsregeln, genauso wie mehr Kontrollen, es braucht die Präsenz der Polizei.«  

Frank Kutzner, Geschäftsführer Wegebund – Arbeitsgemeinschaft sächsischer Kommunen zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs e. V.: »Wir haben vor allem die Alltagsmobilität im Blick. Viele unserer Mitgliedskommunen wollen sich fachlich auf den Weg machen. Ich bin optimistisch, dass wir das gemeinsam schaffen. Ganz aktuell starten wir jetzt mit den Fußverkehrs-Checks, die vom Freistaat gefördert werden. Im Fokus stehen Begehungen vor Ort. Wir schauen uns die Situation vor Ort an, konkrete Wegeverbindungen, zum Beispiel für sichere Schulwege. 

Dorothee Obst, Bürgermeisterin der Stadt Kirchberg: »Wir setzen auf eine Kombination. Wir wollen im Straßenbau vorankommen und sichere Straßen schaffen. Hier ist uns auch das Thema Radwege sehr wichtig. Wir setzen auf Prävention. Wir bieten Schulungen und Verkehrssicherheitstrainings für ältere Menschen, aber vor allem auch für Schulkinder an. Das ist ein Maßnahmenpaket, das ineinander greifen muss. Der Verkehr ist im Umbruch. Es ist uns wichtig, alle Nuancen zu begleiten und zu unterstützen. Im Bereich des Fußgängerverkehrs wünsche ich mir, dass die Regelungen vereinfacht werden, um z.B. sichere Querungsstellen schaffen zu können.«

»Martin Dulig | Konkret« im Podcast

Die A-Seite: Der Podcast von Petra Köpping und Martin Dulig
Die A-Seite: Der Podcast von Petra Köpping und Martin Dulig
K(l)eine Abschiede zum Ende Legislatur – Die A-Seite – Ausgabe 17
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