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VW- und Chipkrise: Sachsens Weg für die Zukunft der Autoindustrie – Debatte im Landtag

VW- und Chipkrise: Sachsens Weg für die Zukunft der Autoindustrie – Debatte im Landtag

Aktuelle Debatte im Landtag – Wirtschaftsminister Dirk Panter zur Situation der Chip- und Automobilbranche

Die Themen »VW- und Chipkrise« standen heute im Mittelpunkt der Aktuellen Debatte des Sächsischen Landtags. Unter dem Titel »Sachsens Weg für die Zukunft der Auto-(Industrie)« sprach Wirtschaftsminister Dirk Panter über die aktuellen Herausforderungen globaler Lieferketten, die Folgen geopolitischer Spannungen und die Bedeutung Sachsens für die industrielle Widerstandsfähigkeit Europas.

Globale Krisen, lokale Auswirkungen

Die wirtschaftliche Weltordnung befindet sich im Wandel. Nationale Interessen gewinnen an Gewicht, internationale Handelsregeln stehen zunehmend unter Druck. Autoritäre Staaten nutzen wirtschaftliche Abhängigkeiten und Rohstoffe als politisches Machtinstrument. Besonders China subventioniert gezielt Unternehmen und Produkte, um Märkte zu destabilisieren – ein Vorgehen, das schon Branchen wie die Solarindustrie hart getroffen hat und nun auch Chemie, Maschinenbau und Stahl betrifft.

»Diese Entwicklung stellt unsere Wirtschaft vor große Herausforderungen. Sie ist Realität – und wir können sie nicht einfach verändern. Umso wichtiger ist es, ihr entschlossen und klug zu begegnen. Wir müssen daher unsere Widerstandsfähigkeit stärken, besonders in Bezug auf unsere Lieferketten. Wir müssen alles dafür tun, um Arbeitsplätze in Europa, Deutschland und Sachsen zu sichern. Wir müssen Innovationen stärken, um selbst wichtiger Teil weltweiter globaler Wertschöpfungsketten zu sein«,
so Wirtschaftsminister Dirk Panter in seiner Rede im Landtag.

Chipmangel bremst Automobilindustrie

Die aktuelle Chipkrise und ihre Auswirkungen auf die Automobilbranche verdeutlichen, wie abhängig Europa weiterhin von internationalen Lieferketten ist. Nach einem Streit zwischen China und der niederländischen Regierung verhängte Peking einen Exportstopp für Produkte des Unternehmens Nexperia – ein Schritt mit gravierenden Folgen für Autobauer wie VW. In jedem Fahrzeug stecken bis zu 500 Bauelemente von Nexperia.

»Die betroffenen Unternehmen in Sachsen tragen keine Verantwortung für diesen Konflikt und haben keinerlei Einfluss auf dessen Verlauf«, betonte Panter. Zwar gebe es inzwischen vorsichtige Entwarnung seitens VW, die Lage bleibe jedoch angespannt.

Deutschland braucht wieder industrielle Stärke

Für Panter steht fest: »Es gilt nach wie vor: Die deutsche Autoindustrie muss wieder wettbewerbsfähig werden – und zwar bei uns in Deutschland. Gleichzeitig müssen wir dafür sorgen, dass wir unsere Abhängigkeiten in den Lieferketten verringern. Auch das ist ein wichtiger Teil von mehr Widerstandsfähigkeit. Wir brauchen alternative Pläne in Europa, auf die wir uns auch in der Not verlassen können. Natürlich bleibt der Freihandel in der Welt die beste Voraussetzung für eine prosperierende Weltwirtschaft. Wenn der Freihandel aber dem Machtkampf von wirtschaftlichen Großmächten zum Opfer fällt, dann müssen wir mit alternativen Plänen gewappnet sein.«

Sachsen als Pfeiler europäischer Mikroelektronik

Sachsen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem der wichtigsten Standorte für Mikroelektronik in Europa entwickelt. Der Freistaat verfügt über ein eng verzahntes Netzwerk aus Industrie, Wissenschaft und Forschung – und spielt damit eine Schlüsselrolle für Europas technologische Souveränität.

»Die sächsische Halbleiterindustrie kann zur Schadensvermeidung beitragen – auch weil kein anderes Land in Deutschland Wissenschaft und Wirtschaft auf diesem Sektor so konsequent gefördert hat wie Sachsen«, so Panter weiter.

Beim Besuch des Bundeskanzlers Anfang der Woche habe er klar gemacht, dass Sachsen als mittelgroßer Freistaat mit globaler Bedeutung Verantwortung trägt: »Wir sind ein mittelgroßer Freistaat in der Bundesrepublik Deutschland und in Europa. Aber auf uns kommt es an: Mit dem fünftgrößten Mikroelektronik-Cluster weltweit spielen wir als einziger Standort in Europa verlässlich in der Champions League der Mikroelektronik. Für die kleinteiligen Neiddebatten mit den süddeutschen Bundesländern bei der Ko-Finanzierung von IPCEI- und Chips-Act-Vorhaben haben wir schlicht nicht die nötige Zeit – denn wir wollen weiter vorankommen – für Sachsen, für Deutschland und für Europa!«

Ein starkes Signal aus Sachsen

Mit dieser klaren Botschaft sendete Minister Panter ein deutliches Signal: Sachsens Industrie ist bereit, Verantwortung zu übernehmen – für die Zukunft der Autoindustrie, für die Sicherheit europäischer Lieferketten und für die technologische Souveränität Europas.

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