{"id":6059,"date":"2024-12-13T08:47:15","date_gmt":"2024-12-13T07:47:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/?p=6059"},"modified":"2024-12-13T08:47:15","modified_gmt":"2024-12-13T07:47:15","slug":"logistik-drehkreuz-binnenhafen-riesa-erhaelt-neues-kv-terminal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/2024\/12\/13\/logistik-drehkreuz-binnenhafen-riesa-erhaelt-neues-kv-terminal\/","title":{"rendered":"Logistik-Drehkreuz: Binnenhafen Riesa erh\u00e4lt neues KV-Terminal"},"content":{"rendered":"\n<p>Riesa liegt geografisch g\u00fcnstig im s\u00e4chsischen Binnenhafenverbund und ist ein wichtiges s\u00e4chsisches Drehkreuz f\u00fcr Binnenschiff, Eisenbahn und LKW. Im Oktober dieses Jahres gab die Landesdirektion Sachsen gr\u00fcnes Licht f\u00fcr den Neubau eines Terminals f\u00fcr den kombinierten Verkehr (KV-Terminal). Das Terminal soll auf der Fl\u00e4che des \u00bbAlten Hafens\u00ab entstehen und den Containerumschlag zwischen den Verkehrsmitteln Binnenschiff, Eisenbahn und LKW erm\u00f6glichen.\u00a0ZUKUNFTBlog hat bei Heiko Loroff, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der S\u00e4chsischen Binnenh\u00e4fen Oberelbe GmbH (SBO) zum aktuellen Stand und zur zuk\u00fcnftigen Nutzung und Auslastung des Binnenhafens nachgefragt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>Herr Loroff,<\/strong> i<strong>m Oktober wurde der Neubau des kombinierten Verkehrsterminals (KV-Terminal) offiziell genehmigt. Wie ist der aktuelle Stand?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die SBO befindet sich aktuell in der Auswertung des Planfeststellungsbeschlusses mit dem Ziel, die erteilten Auflagen und Bedingungen gegen\u00fcber dem gestellten Antrag herauszuarbeiten und im Anschluss die urspr\u00fcngliche Kostensch\u00e4tzung gemeinsam mit den beauftragten Planungsb\u00fcros zu \u00fcberarbeiten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was wird konkret entstehen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am Standort Riesa soll ein trimodales Umschlagterminal f\u00fcr den Kombinierten Verkehr (KV) mit einer Umschlagkapazit\u00e4t von bis zu 100.000 TEU (Twenty-Foot Equivalent Unit) entstehen. Dies beinhaltet die Herstellung einer Eisenbahninfrastruktur mit sechs Gleisen, einer Umschlagfl\u00e4che und zwei Portalkranen f\u00fcr den trimodalen Umschlag.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum ben\u00f6tigt der Hafen in Riesa \u00fcberhaupt ein neues Terminal?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das bestehende Terminal gen\u00fcgt nicht mehr den heutigen Anforderungen an ein KV-Terminal. Es ist kapazit\u00e4tsm\u00e4\u00dfig an seine Grenzen gekommen, der bauliche Zustand der Fl\u00e4chen, Gleise und Zufahrten ist stark sanierungsbed\u00fcrftig. Ebenso entsprechen die logistischen Abl\u00e4ufe nicht mehr dem Stand der Technik.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Waren werden im Hafen Riesa derzeit haupts\u00e4chlich umgeschlagen und wer nutzt vor allem die Infrastruktur?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es werden haupts\u00e4chlich G\u00fcter f\u00fcr die Unternehmen in Sachsen umgeschlagen. Diese variieren in der Vielzahl. Alles, was Container an G\u00fctern fassen k\u00f6nnen, ist dabei. Neben Containern werden auch Masseng\u00fcter, wie Getreide, Holz und Schrott am Standort Riesa umgeschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Infrastruktur wird von einer Vielzahl von Unternehmen, haupts\u00e4chlich aus der Region Riesa, Dresden, Chemnitz, Leipzig genutzt. Aber auch Kunden aus Tschechien und Polen nutzen die trimodalen M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Ausbau des Terminals soll eine Kapazit\u00e4t von 100.000 TEU pro Jahr erm\u00f6glichen. Welche Marktentwicklungen und Wachstumsprognosen liegen diesem Plan zugrunde?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir orientieren uns hier an eigenen Marktanalysen, am Bundesverkehrswegeplan und an den Vorgaben unserer Kunden und Dienstleister. Der Standort Riesa geh\u00f6rt laut Planco-Studie des Bundesverkehrsministeriums zu den wichtigsten Hinterlandanbindungen an die Seeh\u00e4fen im Kombinierten Verkehr.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie sehen Sie die Rolle des Hafens in Riesa im Kontext der s\u00e4chsischen Wirtschaft und welche Chancen sehen Sie durch die geplante Erweiterung f\u00fcr die regionale Logistikbranche?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir brauchen zukunftsf\u00e4hige, nachhaltige und leistungsf\u00e4hige Verkehrsl\u00f6sungen f\u00fcr das stetig steigende Frachtaufkommen. Die Einbindung regionaler Akteure und Dienstleister ist daf\u00fcr unabdingbar. Die s\u00e4chsische Wirtschaft braucht diese L\u00f6sung im jetzigen Bestand und auch f\u00fcr kommendes Wachstum sowie f\u00fcr Neuansiedlungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche weiteren Entwicklungen vor allem im \u00fcberregionalen Transportnetz k\u00f6nnten den Hafenbetrieb in den n\u00e4chsten Jahren beeinflussen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Neuordnung der TEN-T-Korridore, die Energiepolitik und auch die Nachhaltigkeitsforderungen im Transportsektor brauchen diese Entwicklung zu zentralisierten Logistikknoten mit einem diskriminierungsfreien Zugang zu trimodaler Infrastruktur. Auch die geforderten und geplanten R\u00fcckverlagerungen der Transporte von der Stra\u00dfe auf die Schiene und Wasserstra\u00dfe haben massiven Einfluss auf die weitere Entwicklung.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gibt es bereits konkrete Anfragen von potenziellen Kunden oder Partnern, die sich f\u00fcr die Nutzung des neuen KV-Terminals interessieren? Welche Branchen k\u00f6nnten besonders profitieren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt Nachfragen von unseren Bestandskunden nach Kapazit\u00e4tserh\u00f6hungen in den n\u00e4chsten 10 Jahren. Auch werden wir gezielt von Unternehmen angesprochen, die sich im Freistaat neu ansiedeln m\u00f6chten und diese L\u00f6sungen suchen oder ben\u00f6tigen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche M\u00f6glichkeiten sehen Sie f\u00fcr den Hafen, sich in Zukunft weiter als Logistik-Hub zu etablieren? Welche Innovationen oder Technologien spielen dabei eine Rolle?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch in der Logistik ist die Frage nach Verf\u00fcgbarkeit von Ressourcen und Geschwindigkeit oftmals der ausschlaggebende Faktor. Das k\u00f6nnen wir zuk\u00fcnftig. Mit dem Ausbau der Zugkapazit\u00e4ten und dem direkten Umschlag zwischen Wasserstra\u00dfe\/Schiene\/Stra\u00dfe sind wir innovativ und leistungsf\u00e4hig. Oberste Priorit\u00e4t hat dabei auch wieder die verst\u00e4rkte Nutzung der Wasserstra\u00dfe Elbe als Transportstrecke. Wir wissen, dass die Ressourcen auf Stra\u00dfe und Schiene, was die Kapazit\u00e4t anbelangt, nahezu ersch\u00f6pft sind. Die Wasserstra\u00dfe kann und muss hier eine sinnvolle Alternative und Entlastung sein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"1917\" src=\"https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Container_Riesa-1-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6062\" srcset=\"https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Container_Riesa-1-scaled.jpg 2560w, https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Container_Riesa-1-430x322.jpg 430w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Containerlogistik im Hafen Riesa (Copyright: SBO)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Hintergrund:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Hafen Riesa geh\u00f6rt zur Hafengruppe der S\u00e4chsische Binnenh\u00e4fen Oberelbe GmbH (SBO) und ist einer von drei trimodalen Elbe-Binnenh\u00e4fen mit Anbindung an die norddeutschen Seeh\u00e4fen. Mit der eigentlichen Funktion des Schiffsumschlags in den s\u00e4chsischen Binnenh\u00e4fen eng verbunden ist die Schnittstellenfunktion zwischen den Verkehrstr\u00e4gern Binnenschiff, Eisenbahn und Lkw. Diese trimodalen Hafenstandorte erm\u00f6glichen intermodale Verkehre, f\u00fcr die der jeweils vorteilhafte Verkehrstr\u00e4ger eingesetzt werden kann. Alle G\u00fcter, die aufgrund Ihrer Abmessungen und des Gewichtes unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften nicht auf der Schiene oder der Stra\u00dfe transportiert werden k\u00f6nnen, sind zudem auf die Elbe als Transportweg zwingend angewiesen. Die Bestandssicherung und Entwicklung der H\u00e4fen in Dresden, Riesa und Torgau ist von hoher verkehrspolitischer Bedeutung f\u00fcr den Freistaat Sachsen und eine unerl\u00e4ssliche Aufgabe der Daseinsvorsorge.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>PM Landesdirektion Sachsen vom 23. Oktober: <a href=\"https:\/\/www.medienservice.sachsen.de\/medien\/news\/1080785\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.medienservice.sachsen.de\/medien\/news\/1080785\">Gr\u00fcnes Licht f\u00fcr Erweiterung des Riesaer Hafens<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/binnenhafen-sachsen.de\/\">S\u00e4chsische Binnenh\u00e4fen Oberelbe GmbH<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Riesa liegt geografisch g\u00fcnstig im s\u00e4chsischen Binnenhafenverbund und ist ein wichtiges s\u00e4chsisches Drehkreuz f\u00fcr Binnenschiff, Eisenbahn und LKW. Im Oktober dieses Jahres gab die Landesdirektion Sachsen gr\u00fcnes Licht f\u00fcr den Neubau eines Terminals f\u00fcr den kombinierten Verkehr (KV-Terminal). 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