{"id":5106,"date":"2024-05-23T15:34:02","date_gmt":"2024-05-23T14:34:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/?p=5106"},"modified":"2024-05-24T12:24:07","modified_gmt":"2024-05-24T11:24:07","slug":"wissenstransfer-ueber-grenzen-hinweg-erfahrungen-vom-brenner-basistunnel-fuer-die-neubaustrecke-dresden-prag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/2024\/05\/23\/wissenstransfer-ueber-grenzen-hinweg-erfahrungen-vom-brenner-basistunnel-fuer-die-neubaustrecke-dresden-prag\/","title":{"rendered":"Wissenstransfer \u00fcber Grenzen hinweg: Erfahrungen vom Brenner Basistunnel f\u00fcr die Neubaustrecke Dresden-Prag"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p> Mitte Mai trafen sich s\u00e4chsische und tschechische Fachleute sowie Regionalvertreter, die mit der Eisenbahnneubaustrecke Dresden-Prag befasst sind, im Rahmen einer Fachexkursion am Brenner-Basistunnel und seiner Zulaufstrecke im Unterinntal. Organisiert wurde das Fachprogramm vom Europ\u00e4ischen Verbund f\u00fcr territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) in Kooperation mit den \u00d6sterreichischen Bundesbahnen (\u00d6BB).<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>S\u00e4chsisch-tschechische Fachexkursion zum Brenner-Basistunnel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Eisenbahnneubaustrecke zwischen Dresden und Prag ist ein Generationenprojekt von europ\u00e4ischer Bedeutung. Der Projektabschnitt Erzgebirgstunnel steht kurz vor Abschluss der Vorplanung. Die zuk\u00fcnftige Neubaustrecke wird einen Engpass im grenz\u00fcberschreitenden Schienenverkehr zwischen Deutschland und Tschechien beseitigen. Durch eine Streckenf\u00fchrung au\u00dferhalb des Elbtals k\u00f6nnen die Reisezeiten im grenz\u00fcberschreitenden Personenverkehr deutlich verk\u00fcrzt, zus\u00e4tzliche Kapazit\u00e4ten f\u00fcr den G\u00fcterverkehr geschaffen und das Elbtal in Richtung tschechischer Grenze vom Verkehrsl\u00e4rm sp\u00fcrbar entlastet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch sind von Anfang an entscheidend f\u00fcr den Fortschritt beim grenz\u00fcberschreitenden Eisenbahnprojekt Dresden-Prag. Mitglieder des EVTZ, die Bauherren Spr\u00e1va \u017eeleznic und DB InfraGO sowie Vertreter von Ministerien, Fachbeh\u00f6rden und Kommunen erfuhren bei Besichtigungen und intensiven Gespr\u00e4chen, wie die komplexe Aufgabe des zuk\u00fcnftig l\u00e4ngsten Eisenbahntunnels der Welt am Brenner erfolgreich angegangen wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Besuch bei den tunnelbauerfahrenen Kollegen der \u00d6BB und der Brennerbasistunnel-Gesellschaft (BBT-SE) hat verdeutlicht, wie fr\u00fchzeitig und tiefgehend die komplexen Themen im Vorfeld der Genehmigungsprozesse behandelt werden m\u00fcssen, um ein solches Gro\u00dfprojekt zum Erfolg zu f\u00fchren. Vertrauen, Verantwortung und Transparenz zwischen allen Beteiligten sowie eine gro\u00dfe Portion Begeisterung und Fachkompetenz sind bei den Kollegen in \u00d6sterreich das wichtigste Fundament f\u00fcr den Projektfortschritt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-3 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"721\" height=\"1280\" data-id=\"5112\" src=\"https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Blog_Aufbau-TBM-im-Tunnel-1-721x1280.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5112\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Aufbau einer Tunnelbohrmaschine 400 Meter unter Tage <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"577\" data-id=\"5109\" src=\"https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Blog_Fachvortraege-1280x577.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5109\" srcset=\"https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Blog_Fachvortraege-1280x577.jpg 1280w, https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Blog_Fachvortraege-430x194.jpg 430w, https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Blog_Fachvortraege-768x346.jpg 768w, https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Blog_Fachvortraege-1536x692.jpg 1536w, https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Blog_Fachvortraege.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wissensaustausch bei Fachvortr\u00e4gen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"5111\" src=\"https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Blog_Rettungstunnel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5111\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Besichtigung eines Rettungstunnels <\/figcaption><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr alle Beteiligten gab die Fachexkursion wertvolle Impulse f\u00fcr die Arbeit am Projekt. So auch f\u00fcr die B\u00fcrgermeister der tschechischen Gemeinden Miroslava Bechy\u0148ov\u00e1 (P\u0159estanov), Jan Doubrava (Telnice), V\u011bra Nechybov\u00e1 (\u00dast\u00ed nad Labem), Jana Oubrechtov\u00e1 (Trmice) und Alena Van\u011b\u010dkov\u00e1 (Chaba\u0159ovice): \u00bbWir haben als Vertreter der Gemeinden und St\u00e4dte, die an der Trasse der neuen Bahnstrecke Prag-Dresden liegen, die M\u00f6glichkeit genutzt, um uns gemeinsam mit unseren deutschen Kollegen \u00fcber die Bauweise von Eisenbahntunneln \u00e4hnlich dem zuk\u00fcnftigen Erzgebirgstunnel einschlie\u00dflich der dazugeh\u00f6rigen Infrastruktur zu informieren. Insbesondere zu Baustellenausr\u00fcstung, Aushubdeponierung, Produktion von Betonfertigteilen (T\u00fcbbingen) und zu Umspannwerken. Ein untrennbarer Bestandteil sind auch die Sicherheit des Bahnbetriebes und die damit verbundenen Sicherheitsma\u00dfnahmen. Interessant war f\u00fcr uns, auch die M\u00f6glichkeiten verschiedener Ausgleichsma\u00dfnahmen sowie die Revitalisierung ehemaliger Baustellenbereiche zu sehen. Die Begegnung mit der Praxis und Realit\u00e4t bei einem gro\u00dfen Infrastrukturvorhaben ist f\u00fcr uns eine sehr wertvolle Erfahrung.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der B\u00fcrgermeister von Dohna, Dr. Ralf M\u00fcller, Vorsitzender des Zweckverbandes Wasserversorgung Pirna\/Sebnitz, betont die Bedeutung partnerschaftlicher Zusammenarbeit f\u00fcr den Projekterfolg: \u00bbDas Projekt wird gelingen, wenn man gut mit allen Beteiligten kommuniziert, Probleme gemeinsam bespricht und L\u00f6sungen aushandelt. Die gemeinsame Reise mit den tschechischen Kollegen verbindet schon zu Projektbeginn. Die \u00d6BB hat vermittelt, wie man auf Augenh\u00f6he kommuniziert.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Stellvertretend f\u00fcr die verschiedenen Fachbeh\u00f6rden und Ressorts \u00e4u\u00dferte sich Stefan Richter vom S\u00e4chsischen Staatsministerium des Innern (Referat Brandschutz, Feuerwehrwesen): \u00bbW\u00e4hrend der Fachexkursion informierten sich tschechische und s\u00e4chsische Brandschutzexperten \u00fcber die konkrete Umsetzung neu entwickelter Sicherheitsstandards bei Tunnelbauwerken in \u00d6sterreich. Auch erfolgte ein erster Austausch \u00fcber deren Schutzwirkung w\u00e4hrend des ersten Brandes auf einem bereits fertig gestellten Teilabschnitt. Diese Erkenntnisse sind f\u00fcr die weiteren Abstimmungen zur Planung, die Bauphase und die Betriebsphase des Erzgebirgstunnels von gro\u00dfer Bedeutung. Sie werden auch die Grundlage f\u00fcr die Diskussion bieten, wie das auf deutscher Seite der Tunnelstrecke bisher ausschlie\u00dflich kommunal getragene Gefahrenabwehrsystem weiterentwickelt werden kann, um ausreichend leistungsf\u00e4hig f\u00fcr Notf\u00e4lle und Brandereignisse im Tunnel zu werden.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die Exkursion ist neben der vom SMWA erarbeiteten \u00bbFachexpertise zur nachhaltigen Wiederverwendung von Tunnelausbruchmaterial am Beispiel des Erzgebirgstunnels\u00ab und der \u00bbKonflikt- und Risikoanalyse zur Vorzugsvariante der Vorplanung zur Eisenbahn-Neubaustrecke Dresden-Prag\u00ab eine weitere Unterst\u00fctzungsleistung und ein wichtiger Meilenstein f\u00fcr die Projektkommunikation und Planungsbeschleunigung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Neubaustrecke ist ein Teilst\u00fcck des Korridors Orient\/\u00d6stliches Mittelmeer \u2013 einer von insgesamt neun Kernnetzkorridoren des Transeurop\u00e4ischen Verkehrsnetzes (TEN-V), nach der aktuellen TEN-V-Revision geh\u00f6rt sie zum Korridor Rhein-Donau. Der Korridor verbindet die Wirtschaftszentren in Zentraleuropa mit den Seeh\u00e4fen an Nord- und Ostsee, am Mittelmeer und am Schwarzen Meer.<\/p>\n\n\n\n<p>Erste Untersuchungen zur Trasse erfolgten bereits Mitte der 1990er Jahre. Darauf aufbauend sind seit 2007 Machbarkeitsuntersuchungen und verschiedene Studien zu einer m\u00f6glichen Trassenf\u00fchrung au\u00dferhalb des Elbtals durch das S\u00e4chsische Staatsministerium f\u00fcr Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) vorgelegt worden. Insbesondere die mit finanzieller F\u00f6rderung aus dem TEN-V-Fonds der Europ\u00e4ischen Kommission durch den Freistaat Sachsen und das Verkehrsministerium der Tschechischen Republik vom Sommer 2014 bis Ende 2015 erarbeitete gemeinsame Studie zu \u00bbPlanungsdienstleistungen f\u00fcr die Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke Dresden-Prag\u00ab war ein Meilenstein f\u00fcr die Aufnahme in den \u00bbVordringlichen Bedarf\u00ab des Bundesverkehrswegeplans (BVWP). Entsprechend der gesetzlichen Regelungen sind mit Aufnahme eines Schienenvorhabens in den \u00bbVordringlichen Bedarf\u00ab des Bundesschienenwegeausbaugesetzes der Bund und die Deutsche Bahn verantwortlich. 2018 ging der Planungsauftrag nach Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Bundesministerium f\u00fcr Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der DB Netz an die DB Netz.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Freistaat Sachsen bringt sich auch weiterhin aktiv in den Planungsprozess ein und steht als Partner zur Verf\u00fcgung. Der enge Kontakt zu den betroffenen Regionen ist durch den 2016 zwischen Sachsen und der Tschechischen Republik gegr\u00fcndeten Europ\u00e4ischen Verbund f\u00fcr Territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) gew\u00e4hrleistet. Die Europ\u00e4ische Kommission f\u00f6rdert wichtige TEN-V-Vorhaben mit Finanzierungsprogrammen, gegenw\u00e4rtig CEF-I und CEF-II (Connecting Europe Facility). Der Austausch \u00fcber den Projektfortschritt wird daher kontinuierlich gepflegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Informationen zum Thema:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.nbs.sachsen.de\/index.html\">Eisenbahn-Neubaustrecke Dresden-Prag &#8211; Eisenbahn-Neubaustrecke Dresden-Prag &#8211; sachsen.de<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.dresden-praha.eu\/de\">Dresden-Praha<\/a>  <\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.tunnelwelten.com\/\">Tunnelwelten &#8211; BBT Tunnelwelten<\/a> <\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitte Mai trafen sich s\u00e4chsische und tschechische Fachleute sowie Regionalvertreter, die mit der Eisenbahnneubaustrecke Dresden-Prag befasst sind, im Rahmen einer Fachexkursion am Brenner-Basistunnel und seiner Zulaufstrecke im Unterinntal. 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