{"id":5031,"date":"2024-05-22T08:17:49","date_gmt":"2024-05-22T07:17:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/?p=5031"},"modified":"2024-06-19T11:33:06","modified_gmt":"2024-06-19T09:33:06","slug":"buerokratie-vs-buerokratismus-martin-dulig-und-gaeste-diskutieren-ueber-das-richtige-mass-an-massgaben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/2024\/05\/22\/buerokratie-vs-buerokratismus-martin-dulig-und-gaeste-diskutieren-ueber-das-richtige-mass-an-massgaben\/","title":{"rendered":"B\u00fcrokratie vs. B\u00fcrokratismus: Martin Dulig und G\u00e4ste diskutierten \u00fcber das richtige Ma\u00df an Ma\u00dfgaben"},"content":{"rendered":"\n<p>Wie viel B\u00fcrokratie brauchen wir? Diese Frage hat Martin Dulig am Dienstagabend in Radebeul mit&nbsp;Professor Reint Gropp, Pr\u00e4sident des Leibniz-Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung Halle (IWH), dem mittels\u00e4chsischen Landrat Dirk Neubauer und dem Dresdner IHK-Pr\u00e4sidenten Dr. Andreas Sperl er\u00f6rtert.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n<p> <div class=\"brlbs-cmpnt-container brlbs-cmpnt-content-blocker brlbs-cmpnt-with-individual-styles\" data-borlabs-cookie-content-blocker-id=\"youtube-content-blocker\" data-borlabs-cookie-content=\"PGlmcmFtZSB3aWR0aD0iNTYwIiBoZWlnaHQ9IjMxNSIgc3JjPSJodHRwczovL3d3dy55b3V0dWJlLW5vY29va2llLmNvbS9lbWJlZC9iSEJxMVJTWTR5dz9zaT12NWhfLW1TMWNpeGppZmlIJmFtcDtzdGFydD0yNjUiIHRpdGxlPSJZb3VUdWJlIHZpZGVvIHBsYXllciIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiIGFsbG93PSJhY2NlbGVyb21ldGVyOyBhdXRvcGxheTsgY2xpcGJvYXJkLXdyaXRlOyBlbmNyeXB0ZWQtbWVkaWE7IGd5cm9zY29wZTsgcGljdHVyZS1pbi1waWN0dXJlOyB3ZWItc2hhcmUiIHJlZmVycmVycG9saWN5PSJzdHJpY3Qtb3JpZ2luLXdoZW4tY3Jvc3Mtb3JpZ2luIiBhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW4+PC9pZnJhbWU+\"><div class=\"brlbs-cmpnt-cb-preset-c brlbs-cmpnt-cb-youtube\"> <div class=\"brlbs-cmpnt-cb-thumbnail\" style=\"background-image: url('https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/borlabs-cookie\/1\/yt_bHBq1RSY4yw_hqdefault.jpg')\"><\/div> <div class=\"brlbs-cmpnt-cb-main\"> <div class=\"brlbs-cmpnt-cb-play-button\"><\/div> <div class=\"brlbs-cmpnt-cb-content\"> <p class=\"brlbs-cmpnt-cb-description\">Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von <strong>YouTube<\/strong>. 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Rechtssicherheit und verst\u00e4ndlich formulierte Gesetze erh\u00f6hen die Standortattraktivit\u00e4t und erleichtern es den Unternehmen zu investieren. Dass B\u00fcrokratie auch f\u00fcr notwendige staatliche Verwaltungsvorg\u00e4nge stehen kann, wird von den Unternehmen nicht bezweifelt, jedoch steht die deutsche Wirtschaft derzeit vor enormen Herausforderungen. Dazu z\u00e4hlen die noch immer hohen Energiekosten, die negativen Auswirkungen der geopolitischen Konflikte auf Lieferketten und Handelsbeziehungen, der zunehmende Fachkr\u00e4ftemangel, der sich zu einem Arbeitskr\u00e4ftemangel entwickelt sowie die im internationalen Vergleich hohen Steuerbelastungen und noch immer kaum umgesetzte Beschl\u00fcsse bei den Initiativen f\u00fcr ein h\u00f6heres Tempo bei Verwaltungsprozessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor diesem Hintergrund hat das SMWA am 21. Mai einen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bHBq1RSY4yw\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Diskurs zum Thema \u00bbWie viel B\u00fcrokratie brauchen wir?\u00ab<\/a> veranstaltet. Martin Dulig er\u00f6rterte diese Frage im Tagungszentrum der s\u00e4chsischen Wirtschaft in Radebeul mit folgenden G\u00e4sten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Professor Reint Gropp, Pr\u00e4sident Leibniz-Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung Halle (IWH)<\/li>\n\n\n\n<li>Dirk Neubauer, Landrat des Landkreises Mittelsachsen<\/li>\n\n\n\n<li>Dr. Andreas Sperl, Pr\u00e4sident der IHK Dresden<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"HZusammenfassungderDiskussion\">Zusammenfassung der Diskussion<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Wirtschaftsforscher&nbsp;<strong>Reint Gropp<\/strong>&nbsp;bezeichnete eine \u00fcberbordende B\u00fcrokratie als gr\u00f6\u00dftes Investitionshemmnis. Als Beleg f\u00fchrte er eine Studie der Weltbank an, wonach Deutschland bei den Rahmenbedingungen f\u00fcr Firmengr\u00fcndungen lediglich den 125. Platz unter 190 L\u00e4ndern einnehme. \u00bbIn der deutschen B\u00fcrokratie geht es darum, dass alle Regeln bis zum letzten Buchstaben erf\u00fcllt werden\u00ab, sagte Gropp und schlussfolgerte: \u00bbDer Staat fordert sehr viel, aber er leistet nicht mehr so viel. Deshalb wird B\u00fcrokratie anders wahrgenommen.\u00ab Bei der B\u00fcrokratieentlastung handele es sich nicht um ein technisches Problem, sondern ein Einstellungsproblem.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dirk Neubauer<\/strong>&nbsp;betonte, B\u00fcrokratie k\u00f6nne zu Wut und einem \u00bbOhnmachtsgef\u00fchl\u00ab f\u00fchren, das die Demokratie gef\u00e4hrde. \u00bbEin Gro\u00dfteil dieser Wut ist das Gef\u00fchl, nichts mehr bewegen zu k\u00f6nnen\u00ab, sagte der mittels\u00e4chsische Landrat und stellte eine kontroverse These auf: \u00bbDer Staat pflegt ein Misstrauensverh\u00e4ltnis zu seinen B\u00fcrgern!\u00ab Um diesen Zustand zu \u00fcberwinden, forderte Neubauer erstens eine \u00bbVertrauensoffensive\u00ab der Verwaltung, zweitens den Mut, Dinge zu vereinfachen und grunds\u00e4tzlich in Frage zu stellen, und drittens ein anderes \u00bbMindset\u00ab der Entscheidungstr\u00e4ger.<\/p>\n\n\n\n<p>Neubauer dr\u00e4ngte auf eine Strategie f\u00fcr den Abbau von B\u00fcrokratie und verwies wiederholt auf Estland. Der kleine Staat im Baltikum (rund 1,4 Millionen Einwohner) sei ein Vorbild f\u00fcr eine schlanke, b\u00fcrgernahe und effektive Verwaltung aus einer Hand. F\u00fcr alle Dienstleistungen sei nur ein Datensatz je Einwohner erforderlich, was zum Beispiel im Fall von Umz\u00fcgen den Aufwand f\u00fcr Ummeldungen reduziere. Zudem bringe jedes digital bearbeitete Anliegen der B\u00fcrger eine Zeitersparnis von 15 Minuten, was in der Summe einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen ergebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Dresdner IHK-Chef und ehemalige Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Elbe Flugzeugwerke GmbH&nbsp;<strong>Andreas Sperl<\/strong>&nbsp;bekr\u00e4ftigte den Wert einer funktionierenden B\u00fcrokratie: \u00bbWir brauchen einen gewissen Regulierungsrahmen, damit Staat und Wirtschaft \u00fcberhaupt funktionieren. Niemand hat etwas gegen Regeln, die den Wettbewerb und das unternehmerische Handeln fairer machen. Das ist B\u00fcrokratie im positiven Sinne. Das Gegenteil ist B\u00fcrokratismus.\u00ab Dieser wirke gerade auf junge Talente abschreckend. \u00bbDas bereit uns Sorgen\u00ab, so Sperl weiter. Grunds\u00e4tzlich ermuntere die IHK ihre Mitglieder, \u00bbaktive Unternehmer zu sein\u00ab und sich in die Diskussion um B\u00fcrokratieabbau einzubringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch&nbsp;<strong>Martin Dulig<\/strong>&nbsp;unterstrich zun\u00e4chst den Nutzen der B\u00fcrokratie. Sie garantiere Sicherheit, Planbarkeit und Verl\u00e4sslichkeit im Rahmen der Rechtsstaatlichkeit. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, was alles m\u00f6glich sei. In diesem Zusammenhang nannte der Minister den pragmatischen Umgang mit Homeoffice und die z\u00fcgige Auszahlung der Coronahilfen. Dar\u00fcber hinaus sei die Einf\u00fchrung des Deutschlandtickets ein erfolgreiches Beispiel f\u00fcr b\u00fcrgernahe Entscheidungen von Bund und L\u00e4ndern. Als s\u00e4chsisches Referenzprojekt benannte der Minister den Weiterbildungsscheck: Die digitalisierte Antragstellung f\u00fchre zu einem Bescheid innerhalb von 24 Stunden: \u00bbSo stelle ich mir das vor!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>In der t\u00e4glichen Praxis erlebe er eine andere Wahrnehmung der B\u00fcrger, sagte Dulig. B\u00fcrokratie werde als \u00bbGef\u00fchl und Schlagwort f\u00fcr permanente G\u00e4ngelung\u00ab empfunden. Wie kann es also gelingen, dieser Wutdefensive mit einer Mutoffensive zu begegnen und die Misstrauenskultur durch eine Erm\u00f6glichungskultur abzul\u00f6sen? Martin Dulig setzt auf die weitere Digitalisierung in der Verwaltung und insbesondere auf eine von Mut statt Absicherung gepr\u00e4gte F\u00fchrungs- und Fehlerkultur. Diese m\u00fcsse flexiblere und schnelle Entscheidungen erm\u00f6glichen und den F\u00fchrungskr\u00e4ften gleichzeitig R\u00fcckendeckung und Rechtssicherheit in schwierigen Entscheidungsprozessen geben. Grunds\u00e4tzlich sei der B\u00fcrokratieabbau eine Gemeinschaftsausgabe von Verwaltung und Wirtschaft &#8211; aufeinander zugehen statt abwarten. Dulig: \u00bbEs gibt nicht denjenigen, der anf\u00e4ngt. Wir d\u00fcrfen nicht aufeinander warten.\u00ab Jeder solle in seinem eigenen Kompetenzbereich pr\u00fcfen, was er zur Ann\u00e4herung beitragen kann.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Foto, von links nach rechts: Alexandra Gerlach (Moderation), Dr. Andreas Sperl, Martin Dulig, Professor Reint Gropp, Dirk Neubauer | Bildrechte: SMWA<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie viel B\u00fcrokratie brauchen wir? 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