{"id":374,"date":"2022-09-09T05:48:02","date_gmt":"2022-09-09T05:48:02","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.smwa.live.webit.de\/?p=374"},"modified":"2022-09-20T13:34:30","modified_gmt":"2022-09-20T13:34:30","slug":"welche-erfolgsaussichten-hat-sachsens-wasserstoffwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/2022\/09\/09\/welche-erfolgsaussichten-hat-sachsens-wasserstoffwirtschaft\/","title":{"rendered":"Welche Erfolgsaussichten hat Sachsens Wasserstoffwirtschaft?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Nachgefragt bei Karl L\u00f6tsch, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des HZwo e. V.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Freistaat unterst\u00fctzt das auf gr\u00fcnen Wasserstoff und Brennstoffzellen-Technologien spezialisierte Branchennetzwerk \u00bbWasserstoffland Sachsen\u00ab bis mindestens M\u00e4rz 2025. Wirtschaftsminister Martin Dulig hat k\u00fcrzlich in Chemnitz den <a href=\"https:\/\/hzwo.eu\/pressemitteilung-wasserstoffland-sachsen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">F\u00f6rdermittelbescheid in H\u00f6he von 1,21 Millionen Euro<\/a> an das Innovationscluster \u00fcberreicht. Das entspricht einer F\u00f6rderung von 50 Prozent der Gesamtkosten. \u00bbWasserstoffland Sachsen\u00ab ist im Freistaat das erste Innovationscluster, das eine Anschlussf\u00f6rderung f\u00fcr die zweite Projektphase erhalten hat. Tr\u00e4ger des Netzwerks sind der <a href=\"https:\/\/hzwo.eu\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">HZwo e. V.<\/a> (Chemnitz) und \u2013 als Konsortialpartner \u2013 der <a href=\"https:\/\/www.energy-saxony.net\">Energy Saxony e. V.<\/a> (Dresden).<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>#ZUKUNFTblog: <\/strong><em>Wasserstoff wird h\u00e4ufig als \u00bbKohle der Zukunft\u00ab bezeichnet. Welche Vorteile bietet dieser Energietr\u00e4ger?&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Karl L\u00f6tsch: <\/strong>Wasserstoff ist der Schl\u00fcssel zur Energie- und Mobilit\u00e4tswende. Er macht erneuerbare Energien da nutzbar, wo die Elektrifizierung nicht ausreichend oder nicht m\u00f6glich ist. Beispiele hierf\u00fcr sind der Schwerlastverkehr und die Chemieindustrie. Noch weittragender ist seine Rolle beim l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Transport erneuerbarer Energie aus sonnen- und windreichen Fl\u00e4chenl\u00e4ndern hin zu Industriel\u00e4ndern mit hohem Energieverbrauch, wie Deutschland. Diese M\u00f6glichkeiten machen ihn zum Zehnk\u00e4mpfer der Energie- und Mobilit\u00e4tswende.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>#ZUKUNFTblog: <\/strong><em>Gr\u00fcn, blau, grau, t\u00fcrkis: Was bedeuten eigentlich diese unterschiedlichen Farben von Wasserstoff?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Karl L\u00f6tsch: <\/strong>Gr\u00fcner Wasserstoff wird mittels Elektrolyse aus Wasser hergestellt, wobei ausschlie\u00dflich Strom aus erneuerbaren Energien zum Einsatz kommt. Grauer Wasserstoff wird aus fossilen Brennstoffen gewonnen, beispielsweise mittels Dampfreformierung. Blauer Wasserstoff ist dem grauen Wasserstoff in der Produktion gleichzusetzen. Das freigewordene CO<sub>2<\/sub> wird jedoch gespeichert (Carbon Capture and Storage) oder industriell weiterverwendet. T\u00fcrkiser Wasserstoff wird aus Methan hergestellt und anstelle von CO<sub>2<\/sub> entsteht dabei fester Kohlenstoff. Mittel- und langfristig kommt nur gr\u00fcner Wasserstoff in Frage, um fossile Rohstoffe abzul\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>#ZUKUNFTblog:<\/strong> <em>Das Branchen-Netzwerk \u00bbWasserstoffland Sachsen\u00ab ist 2017 unter dem fr\u00fcheren Namen HZwo aus dem ersten s\u00e4chsischen F\u00f6rderwettbewerb zu Innovationsclustern hervorgegangen. Wie haben Sie das Thema Wasserstoff seitdem f\u00fcr Sachsen vorangebracht? Was planen Sie in der zweiten F\u00f6rderperiode?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Karl L\u00f6tsch: <\/strong>In den ersten Jahren stand die Initiierung von Forschungsprojekten zwischen s\u00e4chsischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Vordergrund. Das ist uns mit \u00fcber 16 hervorgebrachten Projekten gut gelungen. Die Unternehmen pr\u00e4sentieren ihre neuen Produkte mittlerweile auf den europ\u00e4ischen Leitmessen. Die Sichtbarkeit der vielen Forschungs- und Entwicklungskompetenzen hat auch zum Erfolg im Wettbewerb um das Nationale Wasserstoffzentrum beigetragen, das wir nun in Chemnitz aufbauen. Ein weiterer Schwerpunkt war die Entwicklung von Anwendungsprojekten von gr\u00fcnem Wasserstoff. In Machbarkeitsstudien sind viele Regionen Sachsens in Augenschein genommen worden. Die entstandenen Konzepte k\u00f6nnen nun umgesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>#ZUKUNFTblog: <\/strong><em>Der Bund f\u00f6rdert den Aufbau des Nationalen Wasserstoffzentrums <a href=\"https:\/\/hzwo.eu\/hic\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00bbHydrogen and Mobility Innovation Center\u00ab (HIC)<\/a> in Chemnitz mit 72,5 Millionen Euro. Wie kommt der Aufbau voran und welche Funktion wird dieses Zentrum \u00fcbernehmen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Karl L\u00f6tsch: <\/strong>Wir k\u00f6nnen das HIC nun endlich umsetzen und arbeiten aktuell auf eine Antragstellung f\u00fcr die Bundesmittel noch diesen Herbst hin. Dazu binden wir als HZwo e.V. externe Planer ein, wof\u00fcr uns der Freistaat Sachsen seit Mai 200.000 Euro bereitstellt. Der Bau soll bereits 2025 abgeschlossen werden, um die nun dringend ben\u00f6tigten Wasserstofflabore und Testst\u00e4nde in Betrieb zu nehmen. Diese werden vorrangig kleinen und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen sowie Start-ups f\u00fcr die Erforschung, Testung und Zertifizierung neuer Wasserstofftechnologien und Komponenten bereitgestellt. Dieses Innovations- und Technologiezentrum f\u00fcr Wasserstofftechnologien wird in Europa einzigartig sein und unterstreicht die Vorreiterrolle des Wasserstofflands Sachsen in diesem Bereich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>#ZUKUNFTblog: <\/strong><em>Welche Erfolgsaussichten hat Sachsens Wasserstoffwirtschaft insgesamt?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Karl L\u00f6tsch: <\/strong>Insbesondere Zulieferunternehmen, Maschinen- und Anlagenbauer k\u00f6nnen von den Wertsch\u00f6pfungspotenzialen der weltweit anwachsenden Wasserstoffm\u00e4rkte profitieren. Bis 2030 k\u00f6nnen in Sachsen bis zu 4.800 Arbeitspl\u00e4tze durch Wasserstoff entstehen. Erst im April 2021 haben die TU Chemnitz und der HZwo e.V. die Wertsch\u00f6pfungspotenziale von Wasserstoff f\u00fcr den Freistaat untersucht. Daneben w\u00e4chst in Sachsen auch der Bedarf an Wasserstoff \u2013 insbesondere in der Industrie, im \u00d6ffentlichen Personennahverkehr und im Bereich Logistik. Die Energie- und Gasversorger haben dies l\u00e4ngst im Blick und entwickeln in unserem Netzwerk mit den Unternehmen Startnetze f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>#ZUKUNFTblog: <\/strong><em><a href=\"https:\/\/www.medienservice.sachsen.de\/medien\/news\/1048968\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Im Sommer haben der Bund und der Freistaat der Dresdner Sunfire GmbH gr\u00fcnes Licht f\u00fcr die gef\u00f6rderte Serienfertigung von Elektrolyseuren gegeben.<\/a> Sachsen ist damit eines der ersten Bundesl\u00e4nder, das mit einem Vorhaben im Rahmen des europ\u00e4ischen <a href=\"https:\/\/www.bmwk.de\/Redaktion\/DE\/Artikel\/Energie\/ipcei-wasserstoff.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">IPCEI-Wasserstoffprojektes<\/a> starten kann. Warum sind Elektrolyseure f\u00fcr die k\u00fcnftige Energieversorgung mit Wasserstoff so bedeutsam?&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Karl L\u00f6tsch: <\/strong>Alle gro\u00dfen Wasserstoffprojekte in Europa und viele weitere in Nordamerika, Australien und im Nahen Osten setzen auf gr\u00fcnen Wasserstoff. Dieser wird in Elektrolyseuren aus Wasser erzeugt. Diese Anlagen stehen daher am Anfang der weltweiten Wasserstoffwirtschaft. Bis 2030 sollen allein in Europa 40 Gigawatt Elektrolyseleistung installiert werden. Daher ist es nur folgerichtig, dass jetzt in Gigafactorys zur Serienproduktion von Elektrolyseuren investiert wird und es ist ein wichtiges Signal, dass dies hier in Sachsen bei Sunfire geschieht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>#ZUKUNFTblog: <\/strong><em>Im Juli wurde bekannt, dass der <a href=\"https:\/\/www.sunfire.de\/de\/news\/detail\/amazon-investiert-in-sunfire\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">US-Konzern Amazon in Sunfire<\/a> investiert. Welche strategische Bedeutung hat dieser Einstieg f\u00fcr die Wasserstoffwirtschaft in Sachsen und Deutschland insgesamt?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Karl L\u00f6tsch: <\/strong>Sachsen ist seit \u00fcber 20 Jahren Vorreiter bei der Forschung im Bereich Wasserstoff. Sunfire ist auf dieser Grundlage zum f\u00fchrenden Technologieanbieter f\u00fcr Hochtemperaturelektrolyseure geworden. Mittlerweile hat das Unternehmen auch Kompetenzen bei alkalischen Elektrolyseuren. Damit h\u00e4lt es zwei der wichtigsten Technologien zur Wasserstofferzeugung in den H\u00e4nden. Die Bedeutsamkeit und die damit einhergehenden Wachstumspotenziale des s\u00e4chsischen Unternehmens haben auch internationale Investoren erkannt. Die Erfolgsgeschichte Sunfire zeigt, was in Zukunft alles m\u00f6glich ist. Durch Wasserstoff werden viele Karten neu verteilt und Sachsen ist einer der Top-Standorte f\u00fcr Wasserstofftechnologien in Europa.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Weitere Informationen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.medienservice.sachsen.de\/medien\/news\/1046419\">\u00bbMartin Dulig | Konkret\u00ab: Leichtgewicht und Zukunftschance? Sachsen macht Dampf beim Wasserstoff!<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Podcast Wasserstoff in Sachsen: <\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachgefragt bei Karl L\u00f6tsch, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des HZwo e. V. Der Freistaat unterst\u00fctzt das auf gr\u00fcnen Wasserstoff und Brennstoffzellen-Technologien spezialisierte Branchennetzwerk \u00bbWasserstoffland Sachsen\u00ab bis mindestens M\u00e4rz 2025. Wirtschaftsminister Martin Dulig hat k\u00fcrzlich in Chemnitz den F\u00f6rdermittelbescheid in H\u00f6he von 1,21 Millionen Euro an das Innovationscluster \u00fcberreicht. 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