{"id":1192,"date":"2023-01-03T12:19:20","date_gmt":"2023-01-03T12:19:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/?p=1192"},"modified":"2023-01-16T14:20:54","modified_gmt":"2023-01-16T14:20:54","slug":"dgb-index-gute-arbeit-in-sachsen-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/2023\/01\/03\/dgb-index-gute-arbeit-in-sachsen-2021\/","title":{"rendered":"DGB-Index Gute Arbeit in Sachsen 2021"},"content":{"rendered":"\n<p>Wie bewerten s\u00e4chsische Besch\u00e4ftigte ihre Arbeitsbedingungen? Dieser Frage geht der <a href=\"https:\/\/publikationen.sachsen.de\/bdb\/artikel\/41377\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">DGB-Index Gute Arbeit in Sachsen<\/a> zum f\u00fcnften Mal in Folge nach. Mittels Telefonbefragung wurde im Zeitraum zwischen Januar und Mai 2021 eine Stichprobe f\u00fcr die Bundesrepublik sowie eine Zusatzstichprobe f\u00fcr Sachsen erhoben. Im Bericht werden schwerpunktm\u00e4\u00dfig die Auswirkungen der Corona-Pandemie im zweiten Jahr beleuchtet. Betrachtet werden u.a. die Auswirkungen von Arbeits- und Infektionsschutz, Digitalisierung, Homeoffice und Kurzarbeit auf die Arbeitszufriedenheit s\u00e4chsischer Besch\u00e4ftigter.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Seit 2007 werden im Auftrag des DGB j\u00e4hrliche repr\u00e4sentative Erhebungen f\u00fcr den DGB-Index Gute Arbeit durchgef\u00fchrt, um die Besch\u00e4ftigungs- und Arbeitsbedingungen in Deutschland zu erheben. F\u00fcr Sachsen wurde 2021 zum sechsten Mal eine Aufstockungsstichprobe im Auftrag des SMWA realisiert. Im Bericht werden repr\u00e4sentative Aussagen zu den wahrgenommenen Arbeitsbedingungen aus Sicht der s\u00e4chsischen Besch\u00e4ftigten getroffen. Es wird ein Vergleich mit den Ergebnissen f\u00fcr Deutschland, Ostdeutschland sowie im Zeitverlauf gezogen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Qualit\u00e4t der Arbeitsbedingungen in Sachsen 2021<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"898\" src=\"https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/2021-09-06_175718-1280x898.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-438\" srcset=\"https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/2021-09-06_175718-1280x898.jpg 1280w, https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/2021-09-06_175718-430x302.jpg 430w, https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/2021-09-06_175718-768x539.jpg 768w, https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/2021-09-06_175718-1536x1077.jpg 1536w, https:\/\/www.smwa.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/2021-09-06_175718-2048x1436.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbBessere Arbeitsbedingungen in Sachsen sind ein wichtiger Wettbewerbsfaktor\u00ab<\/p>\n<cite>Sachsens Arbeitsminister Martin Dulig<\/cite><\/blockquote>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>S\u00e4chsische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bewerten ihre allgemeine Arbeitsqualit\u00e4t 2021 insgesamt etwas schlechter als im Vorjahr. Der seit 2018 erzielte Zugewinn konnte trotz des leichten R\u00fcckgangs aber gr\u00f6\u00dftenteils gehalten werden. Die Bewertung der Arbeitsqualit\u00e4t im Freistaat liegt allerdings weiterhin hinter der in Ost- und besonders in Gesamtdeutschland. Eine Mehrheit von 57 Prozent sch\u00e4tzen ihre Arbeitsbedingungen in Gesamtdeutschland als gut ein, in Ostdeutschland sind es 47 Prozent. Sachsen liegt mit 43 Prozent deutlich darunter. Hierbei spielen strukturelle Unterschiede wie z.B. die hohe Schichtarbeitsquote eine Rolle.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Befragungsergebnisse des DGB-Index Gute Arbeit in Sachsen sind unter der Ber\u00fccksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu bewerten. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt sind in Sachsen die Betriebsgr\u00f6\u00dfen kleiner und Sachsen ist durch Industrie, Baugewerbe sowie das Gesundheits-\/Sozialwesen st\u00e4rker gepr\u00e4gt. Zudem liegt der Facharbeiter-Anteil sowie das Durchschnittalter der Besch\u00e4ftigten h\u00f6her. Schichtarbeit ist in Sachsen h\u00e4ufiger als im Bundesdurchschnitt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbIm Wettbewerb um qualifizierte Fach- und Arbeitskr\u00e4fte sind gute Arbeitsbedingungen f\u00fcr s\u00e4chsische Unternehmen schon heute wichtig und werden k\u00fcnftig noch wichtiger. Gute Arbeit ist und bleibt eine entscheidende Gemeinschaftsaufgabe, die wir auch im n\u00e4chsten Jahr zusammen mit Wirtschaft und den Gewerkschaften voranbringen wollen\u00ab, so Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Dulig.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWenn nicht einmal die H\u00e4lfte der Besch\u00e4ftigten in Sachsen die Arbeitsbedingungen als gut bewertet, m\u00fcssen bei den Arbeitgebern alle Alarmglocken klingeln. Um Fachkr\u00e4fte aus dem In- und Ausland zu gewinnen und zu halten, sind mehr Anstrengungen notwendig. Mit im Bundesvergleich niedrigen L\u00f6hnen, einer h\u00f6heren Arbeitsbelastung und einer geringeren Jobsicherheit steht Sachsen bei der Attraktivit\u00e4t noch nicht gut da. Zur Bew\u00e4ltigung des Fachkr\u00e4ftemangels in Sachsen m\u00fcssen die Arbeits- und Entlohnungsbedingungen \u00fcber alle Branchen hinweg verbessert werden. Ein wirksames Mittel ist die Erh\u00f6hung der Tarifbindung in Sachsen, f\u00fcr die wir als Gewerkschaften auch im n\u00e4chsten Jahr k\u00e4mpfen werden\u00ab, sagte der s\u00e4chsische DGB-Vorsitzende Markus Schlimbach.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausgew\u00e4hlte Ergebnisse<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Arbeitsqualit\u00e4t unterscheidet sich&nbsp;<strong>nach Wirtschaftszweigen<\/strong>. Sie ist in der \u00f6ffentlichen Verwaltung und im Informations- und Kommunikationsbereich am h\u00f6chsten. Die besch\u00e4ftigungsst\u00e4rksten Bereiche in Sachsen, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Verarbeitendes Gewerbe, sind auf die letzten Rangpl\u00e4tze gerutscht, weil sich dort im Vergleich zu den anderen Wirtschaftszweigen die Arbeitsqualit\u00e4t nicht verbessert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Differenzierung&nbsp;<strong>nach Berufsgruppen<\/strong>&nbsp;zeigt einen Anstieg der bereits hohen Belastungen in den sozialen und kulturellen Berufen, zu denen auch die Lehrerinnen und Lehrer z\u00e4hlen, ebenso wie bei den medizinischen Gesundheitsberufen. Das ist ein Indiz, dass Personalknappheit und Ausfall w\u00e4hrend der Corona-Pandemie zu weiteren Belastungen der verbleibenden Besch\u00e4ftigten gef\u00fchrt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Betrachtung der&nbsp;<strong>soziodemografischen Merkmale<\/strong>&nbsp;wird deutlich, dass Frauen bundesweit eine geringere Arbeitszufriedenheit als M\u00e4nner haben, sowohl beim Gesamtindex als auch bei den Teilindizes. Dieser Geschlechterunterschied ist in Sachsen 2021 ausgepr\u00e4gter. Frauen in Sachsen beurteilen ihre Belastungen besonders hoch und Einkommen und Sicherheit vier Indexpunkte unter denen der M\u00e4nner in Sachsen bzw. der Frauen in ganz Deutschland. Es l\u00e4sst sich also von einer doppelten Benachteiligung von Frauen in Sachsen sprechen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeitsqualit\u00e4t<\/h2>\n\n\n\n<p>Die&nbsp;<strong>Infektionsschutzma\u00dfnahmen<\/strong>&nbsp;gegen Corona f\u00fchrten zu vielf\u00e4ltigen Ver\u00e4nderungen im Arbeitsprozess. In Sachsen f\u00fchlten sich 2021 fast drei Viertel der Besch\u00e4ftigten gut vor einer Ansteckung am Arbeitsplatz gesch\u00fctzt. Das Schutzgef\u00fchl war in Gesundheits- und Lehrberufen sowie einem Teil der gewerblichen Produktionsberufe geringer als in B\u00fcroberufen. Neben t\u00e4tigkeitsspezifischen Eigenheiten h\u00e4ngen diese Unterschiede auch mit dem Umfang der jeweilig angeordneten Ma\u00dfnahmen zusammen. Dieser wurde vor allem im Baugewerbe und im \u00f6ffentlichen Dienst von vielen Befragten als gering empfunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die&nbsp;<strong>Digitalisierung<\/strong>&nbsp;pers\u00f6nlicher Arbeitskontakte und zur Ersetzung von Dienstreisen hat seit Beginn der Pandemie deutlich zugenommen. Eine starke Verlagerung innerbetrieblicher Kontakte in den virtuellen Raum f\u00fchrte oft zu einer Belastungszunahme. Das Entfallen von Dienstreisen brachte dagegen h\u00e4ufiger (38 Prozent) einen R\u00fcckgang der Belastungen mit sich, aber oft auch einen Anstieg (30 Prozent). Vielfach entstanden Mehrbelastungen bei der Ersetzung pers\u00f6nlicher Kontakte durch die bessere Erreichbarkeit und die Entgrenzung der Arbeit, was zur Beeintr\u00e4chtigung von Pausen und Ruhezeiten f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Homeoffice<\/strong>&nbsp;wurde seit Beginn der Pandemie von einem Viertel der s\u00e4chsischen Befragten praktiziert, vor allem von J\u00fcngeren und von akademisch Qualifizierten. Auch im Homeoffice stiegen die Belastungen Vieler, vor allem durch die Verschlechterung der Arbeitszeitlage und Problemen der Vereinbarkeit der Arbeit mit der Kinderbetreuung angesichts von geschlossenen Schulen und Kitas. Auch eine geringe Eignung der Wohnung als Arbeitsplatz verst\u00e4rkte die Belastungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kurzarbeit<\/strong>&nbsp;spielte beim Umgang mit Corona eine wichtige Rolle. In der Corona-Pandemie galten Sonderregelungen, wie die Verl\u00e4ngerung der Bezugsdauer auf bis zu 24 Monate. Mehr als ein Viertel der befragten Besch\u00e4ftigten in Sachsen gaben an, seit Beginn der Pandemie Kurzarbeit erlebt zu haben, nicht selten auch l\u00e4nger anhaltend. Frauen waren zu einem geringeren Anteil als M\u00e4nner betroffen, aber wenn sie kurzarbeiteten, dann im Schnitt l\u00e4nger. Nahezu die H\u00e4lfte der dauerhaft kurzarbeitenden Besch\u00e4ftigten in Sachsen berichtet von hohen finanziellen Belastungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutliche&nbsp;<strong>Einkommensverluste<\/strong>&nbsp;entstanden in der Pandemie insgesamt bei einer Minderheit von 6 Prozent der Besch\u00e4ftigten, meist durch Kurzarbeit im Zuge von Lockdowns und Schlie\u00dfungen. Signifikante Verluste erlitten vor allem nicht akademisch qualifizierte Besch\u00e4ftigte im Gastgewerbe, in Reinigungsberufen sowie in Berufen der Unternehmensf\u00fchrung und -organisation. Weitere 15 Prozent der Befragten berichteten in Sachsen von einem geringen Einkommensverlust.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Folgen der Arbeitsqualit\u00e4t<\/h2>\n\n\n\n<p>In der Erhebung wurde auch nach weiteren Folgen schlechter Arbeitsqualit\u00e4t gefragt, wie Pr\u00e4sentismus, also Arbeit trotz Krankheit, der Bereitschaft zum Arbeitgeberwechsel sowie der Einsch\u00e4tzung der k\u00fcnftigen Arbeitsf\u00e4higkeit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pr\u00e4sentismus<\/strong>&nbsp;ist in Sachsen verbreitet. Im Jahr 2021 gaben insgesamt 51 Prozent der s\u00e4chsischen Befragten an, in den vergangenen zw\u00f6lf Monaten krank zur Arbeit erschienen zu sein. In Deutschland insgesamt sind es mit 48 Prozent geringf\u00fcgig weniger.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Jahre lag angesichts einer steigenden Zahl offener Stellen und damit besserer M\u00f6glichkeiten f\u00fcr einen&nbsp;<strong>freiwilligen Wechsel des Arbeitgebers<\/strong>&nbsp;die Wechselbereitschaft in Sachsen \u00fcber dem deutschen Durchschnitt. Diese Entwicklung ist seit 2020 r\u00fcckl\u00e4ufig, der Anteil der Befragten, die bei M\u00f6glichkeit gerne den Arbeitgeber wechseln w\u00fcrden, lag im Jahr 2021 in Sachsen und Deutschland auf einem vergleichbaren Level von 20 Prozent bzw. 18 Prozent der Befragten. Am h\u00f6chsten ist sie bei j\u00fcngeren Arbeitnehmenden und solchen in Helfert\u00e4tigkeiten. Schlechte Arbeitsbedingungen und gesundheitliche Beschwerden spielen dabei eine wichtige Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur eine Minderheit von 42 Prozent der Befragten in Sachsen ist der Meinung, unter den gegebenen Arbeitsbedingungen die aktuelle T\u00e4tigkeit bis zum gesetzlichen&nbsp;<strong>Rentenalter<\/strong>&nbsp;uneingeschr\u00e4nkt aus\u00fcben zu k\u00f6nnen. In ganz Deutschland sind es immerhin 51 Prozent.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie bewerten s\u00e4chsische Besch\u00e4ftigte ihre Arbeitsbedingungen? Dieser Frage geht der DGB-Index Gute Arbeit in Sachsen zum f\u00fcnften Mal in Folge nach. Mittels Telefonbefragung wurde im Zeitraum zwischen Januar und Mai 2021 eine Stichprobe f\u00fcr die Bundesrepublik sowie eine Zusatzstichprobe f\u00fcr Sachsen erhoben. Im Bericht werden schwerpunktm\u00e4\u00dfig die Auswirkungen der Corona-Pandemie im zweiten Jahr beleuchtet. 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